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Städtepartnerschaft Der Monat Dezember In Etaples
Wirtschaftlicher Aufschwung in Sicht

Städtepartnerschaft Der Monat Dezember In Etaples: Wirtschaftlicher Aufschwung in Sicht
Fischkutter auf hoher See vor Etaples. FOTO: CME
Hückeswagen. Einmal im Monat be-leuchtet unsere Redak-tion das Geschehen in Hückeswagens Partner-stadt Etaples und der Region. Dort wird jetzt zuversichtlich in die Zu-kunft geblickt, denn die Wirtschaftsdaten deu-ten auf eine Erholung des Arbeitsmarkts hin. Von Axel Bornkessel

Etaples Anfang Dezember veröffentlichte "La Voix du Nord", die große Regionalzeitung in Nordfrankreich, ein Dossier, das einen zuversichtlichen Ausblick gibt. Die Botschaft: Die Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung in der Region, zu der auch Hückeswagens Partnerstadt Etaples gehört, mehren sich. "Die Aussichten in Frankreich sind vielversprechend, und die Region wird von dieser Dynamik profitieren", zitiert das Blatt Stéphane Latouche von der Direktion der Banque de France in Lille.

Seit vielen Jahren hoffen die Menschen in den beiden Departements Nord und Pas-de-Calais darauf, dass sich ihre wirtschaftliche Lage bessert. Mehr als im restlichen Frankreich ist man hier schon seit Jahren von Stellenabbau und Arbeitslosigkeit bedroht. Nun erscheint Licht am Ende des Tunnels. Auch für viele Menschen in Etaples und Umgebung könnte sich die Situation aufhellen.

Denn es gibt in Frankreichs Norden deutliche Anzeichen eines allmählichen Aufschwungs und der Erholung des Arbeitsmarkts: Hier ist im Vergleich zum Juni des Vorjahres im Zeitraum bis 2017 das Wachstum um 1,6 Prozent gestiegen, auch wenn dieser Wert etwas unterhalb der landesweiten 1,8-prozentigen Zuwachsrate liegt. In diesen Monaten haben die Unternehmen mehr Stellen geschaffen als abgebaut. Besonders die drei Sektoren Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungen wachsen. Dabei sind die Betriebe mit Dienstleistungen besonders aktiv: Zwischen der belgischen Grenze und der Kanalküste haben sich viele Start-ups im Internetgewerbe angesiedelt.

In dieser stark agrarisch geprägten Region gibt es auch Firmen, die sich zunehmend auf die Entwicklung neuer Ernährungstechnologien spezialisieren. Andere Unternehmen entwickeln Methoden biologischer Schädlingsbekämpfung, und es gibt eine Vielzahl von Neugründungen, die profitable Geschäftsfelder in der Futtermittelproduktion erkunden.

Ein global agierendes Unternehmen ist Roquette Frères, ansässig im kleinen Ort Lestrem unweit von Etaples. Aus dem Mais, der hier wächst, wird Stärke für Tierfutter sowie für die Papier- und Arzneimittelherstellung gewonnen. Ein weiterer Umsatzmilliardär ganz in der Nähe ist die Gruppe Lesaffre: In eines von drei Broten, die mit Hefe hergestellt werden, kommt diese Backzutat aus Nordfrankreich. Hier setzt der globale Marktführer für Gärmittel auch auf biotechnologische Forschung, etwa im Bereich der Mikroorganismen und Zellbiologie.

Zwischen den Sommern 2016 und 2017 wurden mehr als 8000 Arbeitsplätze neu geschaffen, vermeldet das Dossier der Zeitung "La Voix du Nord". Dieser Prozess vollzieht sich zwar etwas langsamer als im nationalen Durchschnitt, gilt mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent dennoch als ermutigendes Zeichen. Was die klassische Industrie an Arbeitsplätzen abbaut, gleicht der expandierende Dienstleistungsbereich aus und das sogar mit einem leichten Plus. Vor allem die Internet-Wirtschaft spielt hier eine große Rolle.

Es bleibt jedoch bei einer Arbeitslosenquote von elf Prozent in den beiden Departements. Dabei fehlt es nicht an innovativen Projekten mit entsprechenden Arbeitsplätzen. Drei von vier Unternehmenschefs beklagen jedoch, dass sie auf dem Stellenmarkt keine geeigneten Mitarbeiter finden, weil diese nicht genügend qualifiziert sind.

Eine erfreuliche Jahresbilanz zieht ein anderer, traditioneller Wirtschaftszweig: Auf den 44 Booten der Coopérative Maritime Etaplois erwirtschafteten die Crews im Jahre 2017 rund 15 Millionen Euro im Vergleich zu 13,7 Millionen des Vorjahrs. In Frankreich größtem Fischereihafen Boulogne-sur-Mer ist man zufrieden: mit dem Erlös für den Fisch, mit mäßigen Kraftstoffpreisen und der Aussicht auf weitere gute Fänge. "Das Geschäft mit dem Fisch wirft jetzt einiges ab", meint CME-Geschäftsführer Eric Gosselin in Etaples-sur-Mer.

Quelle: RP
 
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