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Hückeswagen
Wo der Funke überspringt

Hückeswagen. Bei einer Stadtführung durch Lennep gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Von Anna Mazzalupi

Lennep bietet mit seinen Altstadtgassen eine tolle Kulisse für viele Veranstaltungen - auch für Hochzeiten. Bei einer Stadtführung verriet Christine Otto von der Interessengemeinschaft Remscheider Stadtführer nicht nur Details über Häuser und Straßen der Altstadt. Denn das Thema Hochzeit kam bei den verschiedenen Stationen immer wieder ins Spiel: Heiraten im Deutschen Röntgenmuseum, Feiern in der Klosterkirche und die Beleuchtung am Zwiebelturm der Stadtkirche könnte ein Paar ebenfalls für seinen großen Tag buchen.

Es waren Anspielungen mit einem Augenzwinkern, die die gebürtige Lenneperin und Kunsthistorikern gab. "Der Funke springt in Lennep nicht nur bei der Liebe ganz schnell über, sondern auch beim Feuer", sagte Otto in Bezug auf die zwei großen Brände der Tuchstadt. Die waren durch die spezielle, enge Bauweise der Häuser begünstigt worden. Der letzte große Brand 1746 entstand im Kraspütt, während fast die ganze Stadtgemeinschaft eine Doppelhochzeit feierte.

Nur noch sieben von 400 Häusern standen danach. Mehr als 300 wurden auf den Grundmauern wieder aufgebaut und prägen bis heute das Stadtbild. Nur wer einen genauen Blick hinwirft, erkennt, dass rund um die Klosterkirche auf dem ehemaligen Gelände der Minoriten- Mönche neuere Gebäude stehen. Nachdem nämlich eine Firma im 19. Jahrhundert auf dem Grundstück ansässig war und nach dem Konkurs in den 1970er Jahren abgerissen wurde, erbaute man historisch anmutende neue Häuser. Ob Altbau oder historisch getreu neuerrichtet: "Man wohnt gerne in der Altstadt", sagte Otto.

Neben einer kurzen Besichtigung der Stadtkirche führte die rund einstündige Tour von Röntgenmuseum und Klosterkirche über die "Kö von Lennep" (die Pflasterung entlang der Geschäfte) zum Rotationstheater und Rotationscafé unter die "Seufzerbrücke Lenneps" im Kraspütt am Café Grah vorbei zum Alter Markt.

"Das wirkt alles so gemütlich und ruhig hier. Man kann einfach stehen bleiben und hat das Gefühl, man spürt Geschichte", sagte Teilnehmerin Sabine Thomczyk. Die Essenerin ist historisch interessiert und der Liebe wegen auch immer wieder in Remscheid. "Ein Traum", schwärmte sie über beispielsweise das Innere der Stadtkirche.

"Es gibt immer wieder Details, die man noch nicht kennt", sagte ihr Lebensgefährte Claus Becker. Ihm war zuvor noch nie die alte Bestuhlung mit Verzierungen und altem Stadtwappen aufgefallen, die den letzten Brand unbeschadet überstanden hatte.

Quelle: RP
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