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Hückeswagen
Zehn Millionen Euro für schnelles Internet

Hückeswagen: Zehn Millionen Euro für schnelles Internet
Bundesminister Alexander Dobrindt übergab gestern in Berlin den Förderbescheid an Andreas Schröder und Michael von Rekowski (v.l.). FOTO: stadt
Hückeswagen. Hückeswagen und Wipperfürth haben gestern in Berlin von Bundesminister Alexander Dobrindt einen Förderbescheid zum Ausbau des Breitbandes in den Außenbereichen erhalten. Glasfaser sollen bis zu den Häusern verlegt werden. Von Joachim Rüttgen und Stephan Büllesbach

Gute Nachrichten gab's gestern in Berlin: Die Stadt Hückeswagen hat einen Förderbescheid zum Breitbandausbau in den Außenbereichen bekommen. Andreas Schröder, Leiter Fachbereich Bauen, Planung, Umwelt, war mit dem Wipperfürther Bürgermeister Michael von Rekowski beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, um den Förderbescheid von Minister Alexander Dobrindt in Empfang zu nehmen.

Die Schloss-Stadt hatte einen gemeinsamen Antrag für Hückeswagen und Wipperfürth eingereicht, um Kosten zu sparen. Ziel des Projektes ist es, auch die bisher noch "weißen Flecken" auf den Landkarten der beiden Städte mit schnellem Internet zu versorgen. Dabei sollen Glasfaserleitungen bis zu den Häusern verlegt werden, um "High-Speed-Internet" zu ermöglichen, heißt es in einer Pressemitteilung.

"Ich freue mich, dass der Bund unseren Förderantrag unterstützt. Durch den Ausbau mit Glasfaserkabel wird Hückeswagen flächendeckend mit schnellem Internet versorgt. Nach dem Ausbau des Innenstadtbereiches durch die Telekom können durch die Förderung jetzt auch die knapp 700 Gebäude, die bisher noch nicht ausgebaut waren, versorgt werden", sagte Bürgermeister Dietmar Persian. Das Projekt umfasst ein Investitionsetat von gut 21 Millionen Euro für beide Städte. Dabei liegt die sogenannte "Wirtschaftlichkeitslücke" bei gut 20 Millionen Euro, für die eine Förderung beantragt wurde. Die Bundesförderung von etwa 10,2 Millionen Euro ist nur ein Teil des Förderpaketes, denn auch das Land bietet eine Fördermöglichkeit, so dass 100 Prozent der Kosten gefördert werden sollen. "Nach der Zusage durch den Bund werden wir jetzt die Förderung durch das Land beantragen. Damit wir keine Zeit verlieren, wurde das Ausschreibungsverfahren, um einen Telekommunikationsdienstleister für die Verlegung des Netzes zu finden, bereits eingeleitet", kündigte Persian an. Dennoch müsse die Stadt den Förderbescheid des Landes abwarten. Nach der Zusage durch den Bund stünden die Chancen für eine weitere Förderung aber sehr gut. Die Stadt geht davon aus, dass sie noch in diesem Jahr Geld bekommt. "Aber wir haben leider auch die Erfahrung gemacht, dass solche Anträge länger dauern", sagte Torsten Kemper von der Stadt. Die Stadt bleibe mit Hochdruck an dem Thema dran.

Das wird viele Hückeswagener freuen, denn die warten sehnlichst. Obwohl Ende Januar schon in Teilen schnelles Internet gekommen ist, gibt es weiter Probleme. Ingo Wildschütz von der Jung-Stilling-Straße in Kleineichen ist nicht der Erste, der verärgert ist, weil die Umstellung wieder verschoben wird. "Seit dem 28. Februar versuche ich, bei meinem Internetanbieter 1&1 Telecom einen Anschluss für 100 DSL zu bekommen", schreibt er am Bürgermonitor unserer Redaktion. Bereits fünfmal habe er einen Auftrag erteilt - "und fünfmal bekam ich wegen Port-Mangels eine Stornierung". Nun soll er den Auftrag ein sechstes Mal erteilen. Als Port (Englisch für Hafen) ist ein "Tor" oder "Durchlass" gemeint. Er ermöglicht die Kommunikation zwischen dem PC mit anderen Computern sowie dem Internet. Wildschütz: "Das ist doch ein Spielchen, das die Telekom AG betreibt. Nach über vier Monaten ist es nicht möglich, einen Port in der Kleineichen-Siedlung zu bekommen." Es könne doch nicht sein, dass er laufend neue Anträge an seinen Anbieter erteilen muss, die dann wegen Port-Mangels storniert würden.

Ähnliche Probleme hat BM-Leser Karl F. Kasokat. "Für den Bereich Lindenberg, unterer Bereich Wiehagen und die Sperberstraße sollten die Ausbaumaßnamen bis Ende März fertig sein. Leider hat dieser Bereich immer noch keinen Zugang, obwohl schon länger die neuen Kästen aufgebaut sind", berichtet er. Eine Verfügbarkeitsabfrage für die Sperberstraße habe bei ihm ergeben: "Sie nutzen bereits die maximal mögliche DSL-Bandbreite an Ihrem Anschluss".

André Hofmann, Pressesprecher der Telekom, bittet auf Anfrage unserer Redaktion erneut um etwas Geduld. "Die Nachbestückung ist angestoßen." Dabei handelt es sich um zusätzliche Leitungsmöglichkeiten.

"Wie das Prinzip der Steckdose: Wenn alle Stecker besetzt sind, brauchen sie neue. Leider ist das nur technisch nicht so einfach." Er könne aktuell keinen genauen Zeithorizont außer "in den nächsten Wochen" nennen. "Wir bitten, die Unannehmlichkeiten für die Kunden zu entschuldigen", sagt er.

Quelle: RP
 
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