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Hückeswagen
Zufriedenheit und Zweifel über Groko-Verhandlungen

Hückeswagen. Hans-Jürgen Grasemann ist ein Mann der klaren Worte. So sagte der SPD-Fraktionschef gestern zur Einigung von Union und SPD zur großen Koalition auf Anfrage unserer Redaktion: "Alle Sozialdemokraten können sich vor Zufriedenheit auf die Schenkel klopfen." Das gilt auch für ihn, einen Verfechter der Groko.

"Ich bin zufrieden. Das hätten wir kaum mit den Grünen zustandebekommen." Über das Verhandlungsergebnis sagt Grasemann: "Mehr SPD geht eigentlich nicht." Die Union sei seiner Partei "bis zur Selbstverleugnung entgegengekommen".

Dennoch ist sich der Fraktionschef nicht sicher, ob die Mehrheit der SPD-Mitglieder deutschlandweit der Groko in den nächsten Wochen zustimmen werden. "Das ist schwer vorherzusagen." Denn die Basis hat nun das letzte Wort, ob die große Koalition zustande kommt.

Sicher ist er sich, dass Union und SPD eine neue Bundesregierung bilden werden, "wenn Martin Schulz auf ein Ministeramt verzichtet". Als Profi hätte er trotz der emotionalen Situation, in der er sich direkt nach der verlorenen Wahl im September befunden hatte, nicht "nie" sagen dürfen - doch genau das Gegenteil könnte jetzt eintreten: Dass die SPD in die Groko geht und dass Schulz Minister wird. "Ich kann ihm nur abraten, das Amt anzustreben. Das würde seine Glaubwürdigkeit arg beschädigen", meint Grasemann.

Für seinen CDU-Kollegen Christian Schütte ist die Groko die einzige Möglichkeit, Neuwahlen zu zu verhindern. "Diese würde nur die Ränder stärken", berfürchtet er. Die Groko sei aus der Not heraus geboren. "Ich glaube nicht, dass wir viel Spaß daran haben werden. Das kommt mir vor wie eine Steißgeburt."

Schütte geht nun davon aus, dass die SPD-Basis zustimmen wird - "bei dem was die SPD bei den Verhandlungen herausgeholt hat. . ." Er rechnet jedoch damit, dass es nur eine Koalition auf Zeit sein wird.

(büba)
 
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