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Hückeswagen
"Zusammenlegung ist eine gute Sache"

Hückeswagen: "Zusammenlegung ist eine gute Sache"
Sind zufrieden mit der Arbeit im Stadtarchiv und seinem Standort: Archivleiterin Sarah Zeppenfeld (l., mit einem Glasnegativfoto) und die Hückeswagenerin Elisabeth Müller (mit einem Buch mit historischen Protokollen). FOTO: P. meuter
Hückeswagen. Mehr Platz und Nutzungsüberschneidungen - das sind die großen Vorteile des gemeinsamen Stadtarchivs von Hückeswagen und Wipperfürth. Das ist seit Juni 2016 in der ehemaligen Alice-Solomon-Schule in der Neye-Siedlung untergebracht. Von Wolfgang Weitzdörfer

Knapp eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass die Stadtarchive von Hückeswagen und Wipperfürth zusammengelegt wurden. Seit dem 1. Juni 2016 ist das gemeinsame Archiv in der ehemaligen Alice-Salomon-Schule in Wipperfürth geöffnet, nur wenige Meter von der Stadtgrenze zu Hückeswagen entfernt. Notwendig geworden war die Zusammenlegung, weil für beide Archive neue Räumlichkeiten gesucht worden waren. Aber auch Sparzwänge spielten eine Rolle. Der Schritt war bei Politik und Geschichtsvereinen in beiden Städten nicht unumstritten. Immer wieder wurde und wird gerade in Hückeswagen angeführt, dass die eigene Identität verlorenginge, weil das Archiv in der Nachbarstadt untergebracht sei.

Dabei bestehe dafür überhaupt keinen Grund, versichern die Archivarinnen Elisabeth Müller und Sarah Zeppenfeld. "Wir haben jetzt sehr viel mehr Platz, zudem sind die Räumlichkeiten im Untergeschoss für die Lagerung sehr gut geeignet", sagt Archivleiterin Sarah Zeppenfeld. Fünf moderne Regalelemente sind mit den Archivalien aus der Schloss-Stadt gefüllt: "Wir haben noch Platz für fünf weitere", sagt Elisabeth Müller, die schon am alten Standort an der Ewald-Gnau-Straße gearbeitet hatte. Dass das gemeinsame Archiv weniger genutzt werde, könne sie nicht bestätigen, sagt Zeppenfeld, ausgebildete Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste.

Jede Stadt hat im Untergeschoss ihren eigenen Bereich, so dass es kein Durcheinander der Akten gibt: "Natürlich können die Besucher in beiden Archiven forschen", betont Sarah Zeppenfeld. Auch Elisabeth Müller sieht darin einen Vorteil: "Die Zusammenlegung war auf jeden Fall eine gute Sache. In den vergangenen Monaten haben wir festgestellt, dass es durchaus eine Nutzungsüberschneidung gibt - Wipperfürther, die in Hückeswagen forschen und andersrum." Dazu komme, dass das Archivteam die Arbeit untereinander aufteilen und so die Archivalien auch gemeinsam bearbeiten könne.

Ein großer Teil der Besucher, die ins gemeinsame Stadtarchiv an die Michaelstraße kommen, möchte Familienforschung betreiben: "Hückeswagen hat das große Glück, die Kirchenbücher in digitaler Form bis zurück ins Jahr 1650 vorliegen zu haben. Da sind wir die einzige Gemeinde im Umkreis, die das anbieten kann", sagt Müller. Dadurch sei auch eine weiter zurückliegende lückenlose Ahnenforschung möglich. Auch Zeppenfeld bestätigt den Trend zur Familienforschung: "Es gibt eine stattliche Zahl von Ahnenforschern, die regelmäßig zu uns kommen."

Im Stadtarchiv forschen darf grundsätzlich jeder: "Zu den regulären Öffnungszeiten kann man ohne Voranmeldung kommen", versichert die Archivleiterin. Natürlich bestehe die Möglichkeit, sich einen Termin geben zu lassen. Dann können die Mitarbeiterinnen die entsprechenden Archivalien bereits im Vorfeld vorbereiten. "Das reduziert die Wartezeit. Man muss lediglich einen Benutzungsantrag stellen, dann kann man forschen", erläutert Zeppenfeld. Die Recherche sei kostenfrei, nur für Kopien oder Beglaubigungen fielen Gebühren an.

Ein wichtiger Punkt in einem Archiv ist die korrekte Lagerung der teils sehr alten Dokumente. "Wir haben zwar keine Klimaanlage, dafür aber Entfeuchtungsgeräte, die ab und zu im Sommer laufen müssen", sagt Zeppenfeld. Das sei insbesondere bei den alten Unterlagen wichtig, die alle Unikate seien. "Uns kommen da aber auch die guten Bedingungen in der ehemaligen Schule zugute", unterstreicht die Archivarin. So können die alten Schätze beider Archive weiter gut gelagert werden. "In Wipperfürth sind das die Ratsprotokollbücher, die bis 1656 zurückdatieren", sagt Zeppenfeld, und Müller ergänzt: "Besonders wertvoll sind im Hückeswagener Bestand die Archivalien aus dem Nachlass von Arno Paffrath. Da waren viele Schätze dabei, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen."

Quelle: RP
 
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