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Hückeswagen
Zwischen Skorpionen und Kamelspinnen

Hückeswagen: Zwischen Skorpionen und Kamelspinnen
Der Hückeswagener Ronald Schulte vor dem "Grand Canyon" Oman, am Dschabal Schams. Mit 3000 Metern ist das der höchste Berg des Sultanats an der Ostspitze der Arabischen Halbinsel. FOTO: privat
Hückeswagen. Der Hückeswagener Weltenbummler Ronald Schulte reiste mehr als drei Wochen quer durch den Oman. Auf seinem Abenteuer-Trip machte er Bekanntschaft mit vielen netten Menschen, Delfinen, Haien - und einem giftigen Krabbeltier. Von Sebastian Bergmann

Ronald Schulte hat die Augen weit geöffnet. Obwohl es schon sehr spät ist, sich die Temperaturen um knapp 35 Grad auf etwas über den Gefrierpunkt abgekühlt haben, kommt er aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hellwach liegt der Hückeswagener inmitten der Rub al Khali - der mit etwa 700 Quadratkilometern größten, zusammenhängenden Sandwüste der Welt. Von dort aus beobachtet er den eindrucksvollen Sternenhimmel des Orients.

Bei seiner Oman-Reise unternahm der Hückeswagener auch eine Schiffstour und beobachtete dabei Delfine.

Plötzliche durchbricht ein Schrei die Idylle. Es ist Asad, der Reisebegleiter aus dem Oman. "Ein Skorpion hat ihn gestochen. Zum Glück war es nur ein kleines Exemplar, und er konnte weiter mit uns reisen", sagt Ronald Schulte. Es war Schultes erste Nacht unter freiem Himmel im Oman.

Kleine Anekdoten wie diese kann der Erzieher des Awo-Kindergartens nach seiner Reise durch das Sultanat viele berichten. Denn wer eine Reise tut, der hat bekanntlich was zu erzählen. Drei Wochen lang begab sich der 56-jährige Hückeswagener Weltenbummler - der in der Regel einmal pro Jahr nach Afrika fliegt - auf Reise in den Osten der Arabischen Halbinsel. Er durchquerte den Oman, schlief in luxuriösen Hotels in Dubai, frühstückte mit Bauarbeitern aus Bangladesch und schnorchelte an Korallenriffen.

Ab und zu gibt es auch in der Wüste ein paar grüne Bäume - wie in der Rub al Kahli.

Am Flughafen in Frankfurt begann Schultes Abenteuerreise. Lange vorbereiten musste er sich nicht. "Ich mache solche Reisen ja schon was länger. Mittlerweile weiß ich, was ich einpacken muss", erzählt Schulte. Sechs Flugstunden später erreichte der 56-Jährige das Zwischenziel Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. "Die erste und letzte Nacht des Urlaubs habe ich in einem echten Luxus-Hotel in Dubai verbracht. Dort sind selbst die Hydranten an den Straßen versilbert", zeigt sich Schulte beeindruckt. Doch Luxus-Urlaub hatte der Hückeswagener nicht gebucht. Was er suchte, war das Abenteuer. Und das sollte er auch bekommen.

Gleich am nächsten Morgen fuhr der Hückeswagener gemeinsam mit einer zwölfköpfigen Reisegruppe aus Deutschland und der Schweiz, mit der Schulte unterwegs in drei Geländewagen das Abenteuer erlebte, weiter in Richtung Maskat, der Hauptstadt des Omans. Anschließend ging es über das Hadschar-Gebirge weiter, später durchquerte die Gruppe noch die komplette Wahiba-Wüste. "Dort verbrachten wir zwei Nächte, ehe wir über den Indischen Ozean mit einer Dhau, einem traditionellen Segelschiff, schließlich die Küste entlang nach Salalah weiterreisten. Auf der Schiffsfahrt haben uns sogar einige Delfine begleitet, auch Haie habe ich gesehen", berichtet Schulte. Mit anderen Tieren machte der Hückeswagener ebenfalls Bekanntschaft. "An einem Tag lief mir eine Kamelspinne über die Füße. Ich hatte Glück, dass sie mich nicht gebissen hat. Denn sie ist giftig", sagt der 56-Jährige.

Besonders fasziniert hätten ihm in der Wüste vor allem die schier unendlichen Sanddünen. "Sie sehen immer unterschiedlich aus, teils richtig bizarr. Während einige mehr als 25.000 Jahre alt sind, formen sich andere Dünen durch den Wind täglich neu", erzählt Schulte. Was ihn überraschte? "Ab und an entdeckt man selbst in der Wüste ein grünes Bäumchen."

Eine Reise durch die Wüste ist kein Entspannungsurlaub. Schulte sagt: "Es war schon kräftezehrend und anstrengend, das Trinkwasser war beispielsweise streng rationiert." Besonders heikel wurde es, als die Reisegruppe die Grenze zwischen dem Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten passieren musste. "Wir wurden von Polizeibeamtinnen in Empfang genommen, die anschließend jeden Zentimeter unserer Jeeps auf Drogen untersuchten. Das hat mehrere Stunden gedauert, und das bei fast 40 Grad. Es war eine Geduldsprobe."

Seinen nächsten Trip hat Ronald Schulte schon fest anvisiert: 2017 geht es in den Tschad.

Quelle: RP
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