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Hünxe
3. Oktober - Freudentag für Willy Pillekamp

Hünxe: 3. Oktober - Freudentag für Willy Pillekamp
Willy Pillekamp ist seit über einem halben Jahrhundert politisch aktiv. So ist er Vorsitzender der Hünxer Senioren-Union. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er er ein Buch mit dem Titel "Frühlingskeime". FOTO: Martin Büttner
Hünxe. Mit dem Beitritt der damaligen DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde am 3. Oktober 1990 die deutsche Wiedervereinigung vollzogen. Dieses historische Datum, der Tag der Deutsche Einheit, der seither als Nationalfeiertag begangen wird, jährt sich heute zum 25. Mal. Vielen Menschen haben sich die damaligen Ereignisse unvergesslich in der Erinnerung eingeprägt. Zu ihnen gehört Willy Pillekamp aus Bruckhausen. Der heute 81-Jährige war damals 56 Jahre alt und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hünxer Gemeinderat. Noch heute ist für ihn die Wiedervereinigung ein Höhepunkt in seinem Leben, in dem er sich seit über 55 Jahren politisch engagiert. Von Heinz Schild

"Ich war froh und überglücklich, als damals das vereinte Deutschland geschaffen wurde", erinnert sich der rüstige Senior. Für ihn stand lange vorher fest: "Die Deutschen aus Ost und West gehören zusammen." Und daher war es für ihn nur eine Frage der Zeit, wann die Wiedervereinigung kommen würde. Dass sie kommen musste, stand für ihn außer Zweifel, denn eine Alternative gab es aus seiner Sicht nicht. Zwei deutsche Staaten, die nebeneinander existieren, das hätte auf Dauer nicht funktioniert.

"Wo es nur möglich war, haben wir für die Deutsche Einheit gekämpft und uns dafür stark gemacht", erzählt Pillekamp. Der überzeugte Christdemokrat besuchte frührer regelmäßig mit politisch Gleichgesinnten West-Berlin, reiste mit dem Bus an und nutzte diese Aufenthalte, um mit den Bürgern im damaligen Ost-Sektor zu sprechen. "Die Menschen hier und drüben wollten die Einheit, auch wenn sie damals noch durch Stacheldraht getrennt waren."

Bei einem seiner Grenzübertritte vergaß sich Willy Pillekamp. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung mit den DDR-Grenzbeamten, von denen er sich ausgefragt fühlte und bei denen er gegen die Taschenkontrollen protestierte. Sein Aufbegehren hatte zur Folge, dass er auf der Stelle verhaftet, abgeführt und verhört wurde. "Danach durfte ich die DDR nicht mehr betreten", berichtet Willy Pillekamp.

Viele der damaligen Bürger der DDR, so Pillekamp, erhofften sich von der Wiedervereinigung mehr persönliche Freiheiten. Dazu gehörten für sie beispielsweise auch so alltägliche Dinge, wie frei und ohne Einschränkungen reisen zu können und selbst bestimmen zu dürfen, wo man seinen Urlaub verbringt - und nicht von der Partei die See oder die Berge als Urlaubsziel vorgegeben zu bekommen.

Zudem, so Willy Pillekamp weiter, verbanden sie mit der Deutschen Einheit die Hoffnung auf mehr Wohlstand. Sie seien zuversichtlich gewesen, dass auch der Osten des geeinten Deutschlands sich besser entwickeln und wirtschaftlich schneller vorankommen würde. "Das ist so nicht eingetreten", meint Pillekamp rückblickend. Auch wenn sich im Laufe der zurückliegenden Jahre und Jahrzehnte vieles angeglichen habe, so laufe der Osten Deutschlands der wirtschaftlichen Entwicklung im Westen immer noch weitgehend hinterher. Deutliche Unterschiede gebe es auch bei den Einkommen. Das hat bei etlichen früheren DDR-Bürgern zu einer Ernüchterung, gar zu einer Enttäuschung geführt. Willy Pillekamp sieht es daher als eine "wichtige Aufgabe an, an der wir gemeinsam weiterarbeiten müssen", dass es in diesen Bereichen zu einer Angleichung kommt.

Der Tag der Deutschen Einheit bleibt für Willy Pillekamp ein besonderes Datum. Der 3. Oktober ist für ihn immer auch ein Tag des Innehaltens, der Besinnung und der Rückschau.

Quelle: RP
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