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Hünxe
Bauern werben für gute Lebensmittel

Hünxe: Bauern werben für gute Lebensmittel
Gestern wurde im Hünxer Rathaus die Plakatausstellung zum "Dialog Verbraucher - Landwirtschaft" vorgestellt und eröffnet. FOTO: Markus Weissenfels
Hünxe. Plakatausstellung im Rathaus Hünxe informiert über Fleischtier- und Milchviehhaltung, Getreide und deren Erzeugung. Von Peter Neier

Die Landwirtschaft steht heute bei ihrer Arbeits- und Produktionsweise zunehmend in der gesellschaftspolitischen Diskussion. "Wir alle wollen gesunde Lebensmittel und eine Tierhaltung, die die Tiere nicht quält und die Umwelt nicht unnötig belastet", so Hünxes stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Schilling. Nach vielen anderen Ausstellern habe jetzt die Kreisbauernschaft das Rathaus als Ort gewählt, um mit den Bürgern in Kontakt zu kommen, begrüßte sie gestern im Foyer den Kreisbauernvorsitzenden Wilhelm Neu sowie Hünxer Ortsbauernvorsitzende und Landwirte.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hünxe informiert die Kreisbauernschaft drei Wochen lang vor Ort mit einer Plakatausstellung zu den Schwerpunktthemen: Fleischtierhaltung und Erzeugung ("Vom Ferkel zum Schnitzel"), Milchviehhaltung und Milcherzeugung ("Vom Kälbchen zur Milch") , Getreide und Getreideerzeugung ("Vom Korn zum Brot"). Wilhelm Neu: "Die Verbraucher werden zunehmend kritischer und sollen den Wert der Lebensmittel erkennen, wie sie produziert werden und welche Arbeit das macht."

Informationen seien wichtig für ein gegenseitiges Verständnis, pflichtet ihm Waltraud Schilling bei, "können aber nur der erste Schritt sein, danach muss ein Dialog stattfinden".

Ob bei Schweinefleisch und Rindfleisch oder bei der Milch: "Die Preise stimmen nicht. Wir sind ein Spielball der Discounter in einem gnadenlosen Wettbewerb", nennt Wilhelm Neu das große Problem. Zu etwa 80 Prozent beherrschten die Discounter den Lebensmittelmarkt. Und der deutsche Verbraucher gebe nur noch elf Prozent seines Geldes für Lebensmittel aus. "Ein Bauer ernährt etwa 140 Personen, aber bekommt seine eigene Familie nicht mehr satt. Mit der Ausstellung wollen wir die Wahrheit an den Tag bringen."

Dialog sei gut, aber bei den Schulen müsse man anfangen, meinen auch die Hünxer Landwirte Wilhelm Wefelnberg und Arnd Cappell-Höpken. "Die Kinder sollten in ihrer Grundschulzeit einmal auf den Bauenhof kommen", nennen sie als Vergleich: Jedem Kind ein Theaterbesuch. Die "Museumslandschaft Bauernhof" aus Bilderbüchern gebe es so längst nicht mehr.

Wefelnberg: "Geschäfte werden nicht mit der Landwirtschaft, sondern an der Landwirtschaft gemacht." Die meisten Verbraucher achteten auf den Preis, nicht auf die Herkunft der Produkte, klagt der Schweinebauer. So bekomme er nur noch 110 Euro für ein Mastschwein und 30 Euro für ein Ferkel. "Auch kleinere Betriebe müssen existenzfähig bleiben", plädiert Cappell-Höpken für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft. "Wir orientieren uns am Tierwohl."

Dabei gelte es auch, gegen manche Unwissenheit und Vorurteile in der Bevölkerung anzukämpfen. Alle sind sich einig: "Wir suchen nicht Konfrontation, sondern Dialog, Konsens und Transparenz. Die Ausstellung ist ein Anfang."

Quelle: RP
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