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Hünxe
Bis 2020 schnelles Internet für alle

Hünxe: Bis 2020 schnelles Internet für alle
Die Bürgermeister und Wirtschaftsförderer der Kommunen Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe mit dem gemeinsamen Förderbescheid für den Breitbandausbau im Außenbereich. FOTO: Aufderheide
Hünxe. Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck erhalten rund 27 Millionen Euro. Nun entsteht eine komplett neue Breitband-Infrastruktur. 3200 Haushalte im Außenbereich sollen Glasfaser bekommen. Von Thomas Hesse

Mit der Übergabe des Förderbescheides in Berlin kann jetzt Tempo in Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe für den Anschluss von 3200 Haushalten in den Außenbereichen der drei Kommunen gemacht werden. Sie hatten gemeinsam einen Förderantrag gestellt, um geballtes Gewicht in die Waagschale werfen zu können. Nun fließen 27 Millionen Euro in den Ausbau einer kompletten Infrastruktur für Breitband - immer dort, wo die Gemeindekarten weiße, unversorgte Flecken aufzeigen und wo aktuell eine Unterversorgung unter 30 Mbit Datenvolumen im Downstream vorliegt.

Das heißt im Umkehrschluss: Dort, wo die Versorgung schon höhere technische Ausrüstung bietet oder in den Ortskernen, wo sich Telekomanbieter um die Kunden balgen, wird nicht gefördert, sondern nur in den Bereichen, die unter die Unterversorgungskriterien fallen. Jetzt wird die Verkabelung und technische Umsetzung europaweit ausgeschrieben. In relativ kleinen Einzugsbereichen, damit auch örtliche Anbieter ins Verfahren einsteigen können. Bis 2020 sollen alle Anschlüsse fertig sein, wird erwartet.

Die Bürgermeister Bernd Romanski, Mike Rexforth und Dirk Buschmann stellten zusammen mit ihren Breitband-Spezialisten Martin Hapke (Hamminkeln), Michael Häsel (Hünxe) und Friedhelm Koch (Schermbeck) vor, wie es weitergeht. Der Bundesförderbescheid hat eine Höhe von 13.810.664 Euro, das Land legt die zweite Hälfte drauf. Der entsprechende Bescheid wird zügig erwartet. Hamminkeln erhält 13,4 Millionen fürs Breitband, Schermbeck 7,7 Millionen und Hünxe 7,18 Millionen. Grundlage des Förderantrags war das Gutachten der Micus Strategieberatung, die einen Überblick über unterversorgte Bereiche erarbeitet hat.

Die Situation in den drei Gemeinden ist unterschiedlich. In Hamminkeln gibt es mehrere Außenbereiche, die in Selbsthilfe ein eigenes Glasfasernetz verlegen und von den Stadtwerken Rhede oder Innogy digital versorgt werden. Diese Gebiete gelten als gut versorgt. Wer sich nicht zu einem Anschluss entschlossen hat, hat fördermäßig nun das Nachsehen. Weiße Flecken sind in Marienthal, Töven-Havelich oder Blumenkamp im Grenzbereich zu Wesel zu finden. Hier könnten Stadtwerke ins Verfahren einsteigen. In Hünxe und Schermbeck hat es keine Selbsthilfe-Initiativen gegeben. Ziel ist dort nun ebenfalls, 100 Mbit-Glasfaser bis an die Hauswand zu legen. Die Anschlüsse im Haus selbst müssen von den Eigentümern getragen werden, Kosten können demnach durchaus zwischen 700 und 1500 Euro betragen. "Wir wollen nun zeitnah an die Umsetzung gehen. Wir sind froh, in einer relativ kleinen Einheit zusammenzuarbeiten, das hält den Aufwand gering", sagte Schermbecks Verwaltungschef Mike Rexforth. Hamminkelns Bürgermeister Romanski sagte, dass man die zur Vergabe zu gestaltenden Einzugsbereiche klären müsse, um lokale Anbieter "mitzunehmen". Die Förderung habe aber nichts mit der Ortskernversorgung zu tun, wie sie jetzt die Deutsche Glasfaser für Hamminkeln und Ringenberg umsetzen will. Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann hofft auf weitere Nutzung, wenn die Infrastruktur erst einmal liegt. Bruckhausen etwa könnte profitieren.

Wie weit die 27 Millionen reichen, ist unklar. Die Verfügbarkeit von Glasfaserkabel und die steigenden Tiefbaukosten geltend derzeit als kaum kalkulierbar. Man wird die Ausschreibungsergebnisse abwarten müssen. Die Bürger müssen hingegen nicht lange warten, wenn sie Infos haben wollen. Eine Veranstaltung findet am Montag, 8. Januar, 19 Uhr, im Landhotel Voshövel in Weselerwald statt.

Quelle: RP
 
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