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Hünxe
Bohrschlämme auf Deponie: sichere Sache

Hünxe. Thomas Buch vom Umweltministerium und AGR-Vertreter berichteten im Hünxer Planungs- und Umweltausschuss über den aktuellen Stand der Schadstoffbelastung. Grenzwerte würden deutlich unterschritten. Von Peter Neier

"Wir stehen in ständigem Gespräch mit der AGR und den Behörden in Niedersachsen. Das letzte Wort über die Anliefermenge ist noch nicht gesprochen. Gegen Transportvorschriften wurde nicht verstoßen." Das sagte Thomas Buch gestern im Planungs- und Umweltausschuss. Der stellvertretende Leiter der Abteilung IV im NRW-Umweltministerium und seit 20 Jahren Leiter beim Referat Abfallrecht, nahm zum Stand in Sachen Entsorgung von Bohrschlämmen in der Sonderabfalldeponie der AGR in Hünxe/Schermbeck Stellung.

Nach Angaben des Umweltministeriums Niedersachsen ist es vorgesehen, aus dem Rückbau der Bohrschlammgrube "Erika" bis zu 200. 000 Tonnen an ölhaltigen Schlämmen und Bodenaushub für die Deponieklasse III in Hünxe einzulagern. Wie Mitarbeiter der AGR im Verlauf der Sitzung erläuterten, seien bis vorgestern bereits 9500 Tonnen dort angeliefert worden. Thomas Buch betonte, bei der Schadstoffbelastung (Quecksilber und Arsen) würden die Grenzwerte "deutlich unterschritten", lediglich der "Glühverlust" - das seien organische Abfälle - bereite Probleme. Sie machten bis zu zehn Prozent des DK-III-Volumens aus. Die Vor-Ort-Kontrollen in Hünxe würden verstärkt, die angelieferten Abfälle im Internet offengelegt. "Seitens unseres Umweltministeriums versuchen wir, ein Höchstmaß an Transparenz zu gewährleisten."

Auf Nachfragen erklärte Buch, die angedachten 200. 000 Tonnen würden wohl nicht ausgeschöpft, rechtliche Möglichkeiten, die Transporte zu versagen, gebe es aber nicht. Und: "Ihre Sondermülldeponie ist die sicherste mit einer hohen Dichtfahne nach unten und einer geologischen Barriere zum Grundwasser." Eine Unter-Tage-Deponie (DK IV) sei nicht nötig. Zudem würden regelmäßig Proben aus Peilbrunnen entnommen. Thomas Buch: Ich versichere Ihnen, für Grundwasser und Bevölkerung besteht keine Gefahr."

Für die AGR präsentierte Pressesprecher Michael Block Unternehmen und Deponie. Diese erfülle alle rechtlichen und technischen Anforderungen. Er bestätigte die Aussagen aus dem Umweltministerium, sprach von einem "ganz normalen Stoff, mit dem wir umgehen. Unser tagtägliches Geschäft". Für die bereits verfüllten Kassetten bestehe durch die Überschüttung mit Bohrschlämmen keine Gefahr. An der geänderten Planfeststellung werde die Gemeinde Hünxe automatisch beteiligt.

Quelle: RP
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