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Hünxe
Bürger gegen Windräder

Hünxe. Hünxer übergaben dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste gegen Konzentrationszonen. Von Peter Neier

Kurz vor Beginn der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde Bürgermeister Dirk Buschmann aus dem Ratssaal ins Foyer gebeten. Dort erwartete ihn rund ein Dutzend Bürger, allen voran Gerhard Unterloh. Dieser überreichte Buschmann eine Liste mit 166 Unterschriften - gegen eine Ausweisung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen nördlich und südlich des Bruckhausener Mühlenbachs. Hierfür müsste der Flächennutzungsplan geändert werden, das Hauptthema der gestrigen Sitzung.

Die betroffenen Bürger haben vor allem Angst vor der Höhe der Windräder (zwischen 150 und 200 Metern), der Nähe zu ihren Häusern (Wertminderung), vor Schall, Schattenwurf, Transport, Bergschäden und generell einer "Verschandelung der Landschaft". "Ich kann Ihr Anliegen verstehen. Aber es ist noch nichts entschieden", versuchte Buschmann zu beruhigen. Dann ging es im Ratssaal weiter, wo sich mittlerweile rund 50 interessierte Bürger eingefunden hatten.

Der Bürgermeister stellte kurz den Verfahrensstand vor mit "neun Schritten bis zur Rechtsgültigkeit", derzeit sei man in der Mitte bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange. Auch nach dem Beschluss der öffentlichen Auslegung - der am Ende in den übernächsten Planungs- und Umweltausschuss (26. Januar 2016) verschoben wurde - seien noch Einwendungen möglich. Diese würden abgewogen und in einem geregelten Prozess einer Entscheidung zugeführt. Am Ende entscheide der Rat (im April oder Mai), dann fehle noch die Genehmigung durch die Bezirksregierung. Wie eine Woche zuvor im Planungs- und Umweltausschuss gab es Erläuterungen vom Planungsbüro Lange ("wir bereiten drei Flächen im Außenbereich vor") und von der Verwaltung. Wenn der Regionalplan fertig ist, könnten langfristig sogar noch weitere Konzentrationszonen in der Gemeinde Hünxe ausgewiesen werden, hieß es seitens des Planungsbüros aus Moers. Nach Kenntnisnahme durch die Politik und besagter Vertagung folgte die Einwohnerfragestunde und natürlich meldeten sich viele Bürger zu Wort: Fristverlängerung für die Bürgerbeteiligung, Öffnung aller Pläne im Internet, Hünxe als Naherholungsgemeinde erhalten, "Verbannung" der Anlagen ins Gewerbegebiet, Aufstellung einer Kosten-Nutzen-Analyse und mehr. "Ich möchte die Diskussion gern mit Ihnen führen", nahm sich Dirk Buschmann nach der Sitzung noch Zeit für die Bürger.

Der Hünxer Gemeinderat tagte gestern ebenfalls und beschloss die Steuerhebesätze 2016 und damit auch eine Erhöhung der Grundsteuer B auf 600 Prozentpunkte, was für die Kommune Mehreinnahmen von jährlich 250 000 Euro bis zum Jahr 2022 bedeutet.

Quelle: RP
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