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Hünxe/Dinslaken
Die ersten Bäume haben schon Knospen

Hünxe/Dinslaken. Mit Temperaturen jenseits der Zehn-Grad-Marke wirkte der Dezember eher frühlingshaft. Der bislang recht milde Winter hat auch Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt mit ungewöhnlichen Folgen. Von Florian Langhoff

Auch wenn der Wind bisweilen kühl ist und man in den Morgen- oder Abendstunden schon zur Winterjacke greift: Wirkliches Winterwetter sucht man bisher vergebens. Und auch wenn es in der Region keine Skigebiete gibt, die in Ermangelung weißer Pracht ihre Pisten schließen müssen, so hat auch hier das eher frühlingshafte Wetter im Dezember durchaus seine Auswirkungen.

"Es sind tatsächlich schon einige Pollen geflogen und die ersten Bäume haben schon Knospen", erzählt Förster Michael Herbrecht vom Forstbetriebsbezirk Dinslaken. "Die Natur ist wegen der Temperaturen etwas verwirrt." Dabei, so meint der Revierförster, müsse man sich allerdings keine großen Sorgen machen, dass Bäume, die derzeit schon Triebe tragen diese gänzlich verlieren, sollte in den kommenden Wochen doch noch der Frost kommen. "Das macht den Bäumen nicht wirklich viel aus", erklärt der Revierförster. Einige Bäume, wie zum Beispiel die Eiche, sind sogar in der Lage, ein zweites Mal auszutreiben. "Das ist der sogenannte Johannistrieb. Im Allgemeinen kommen die Bäume auch ganz gut klar, wenn der Frost später kommt."

Allerdings beschränken sich die Auswirkungen in der Natur nicht auf austreibende Bäume und Pollenflug. Auch in der Tierwelt haben die frühlingshaften Temperaturen ihre Auswirkungen. "Wir hatten in der vergangenen Woche unheimlich viele Wildunfälle", sagt Michael Herbrecht. Allein auf der Bergerstraße gab es drei Zusammenstöße zwischen Pkw und Rotwild. "Das ist schon ungewöhnlich viel. Ich nehme an, dass auch die Tiere durch die Temperaturen verwirrt sind", erklärt der Revierförster.

Auch einige Kröten, die wegen ungewöhnlich lauen Wintertemperaturen noch unterwegs sind, ließen auf der Straße ihr Leben. "Normalerweise kommen die Tiere mit solchen Bedingungen aber gut zurecht. Sie passen sich an", sagt Michael Herbrecht.

Dass es, wegen der milden Temperaturen, im kommenden Jahr zu einer Insektenplage kommen könnte, glaubt der Förster nicht. "Insekten können auch bei Frost ganz gut überleben und die Natur rottet da keine ganzen Insektenvölker aus. Das es bei mildem Winter mehr Insekten gibt, halte ich eher für einen subjektiven Eindruck", erklärt der Revierförster.

Allgemein glaubt er, dass auch der wärmere Winter keine langfristigen Auswirkungen haben wird und schätzt, dass noch kühlere Wochen kommen. "Heute Morgen musste ich zum ersten Mal meine Handschuhe anziehen", sagt er. "Es wird kälter."

Doch nicht nur im Wald haben die milden Temperaturen ihre Folgen, sondern auch auf dem Acker. "Die ersten Pflanzen könnten schon austreiben und es ist schlecht, wenn sie einen Frühstart hinlegen", berichtet Landwirt Dirk Buchmann vom Schulte-Drevenackshof in Hünxe. "Das Beste wäre, wenn man jetzt zwei bis vier Wochen wirklich kalte Temperaturen hätte", erzählt der Landwirt weiter.

"Der schlimmste Fall würde eintreten, wenn die Temperaturen so bleiben wie jetzt und dann noch einmal Anfang Februar der Frost kommt."

Auch wenn das zu Problemen führen könnte, bleibt Dirk Buchmann relativ gelassen. "Ich genieße jetzt das milde Wetter und stehe bereit, falls der Frost kommt. Ansonsten kann man ohnehin nur abwarten, wie sich das Wetter entwickelt", sagt er.

Quelle: RP
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