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Hünxe
Es bleibt bei Hünxes Nein zur Erdgas-Trasse

Hünxe: Es bleibt bei Hünxes Nein zur Erdgas-Trasse
Die Gegner der Zeelink-Gaspipeline veranstalteten gestern Abend einen Fackelzug entlang der geplanten Trassenführung. Start war Auf dem Kamp in Drevenack. FOTO: Gerd Hermann
Hünxe. Einstimmige Entscheidung der Mitglieder des Hünxer Haupt- und Finanzausschusses in Sachen Zeelink. Von Heinz Schild

Bürgermeister Dirk Buschmann war sich sicher: "Das wird eine spannende Sitzung." Neben elf Zuhörern nahmen auch zwei Vertreter der Firma Open Grid Europe als Gäste an der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Gemeinde Hünxe teil, der gestern Abend im Sitzungssaal des Rathauses tagte. Seine Äußerung bezog Buschmann auf die anstehende Beratung über die Zeelink-Erdgasfernleitung, die das Unternehmen Open Grid bauen will, und die auch durch Hünxer Gemeindegebiet verlegt werden soll. Das Gremium brauchte nicht lange, um seine Entscheidung zu fällen. Einstimmig wurde der beantragte Trassenverlauf abgelehnt und damit das Nein, das der Planungs- und Umweltausschuss zu dem Vorhaben bereits eine Woche vorher abgegeben hatte, bekräftigt.

Die Gemeindeverwaltung hatte früh bei der Firma, die die Zeelink-Leitung betreiben will, angefragt, ob Vertreter des Unternehmens für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen würden. Denn dass es möglicherweise Fragen geben würde, hatte Bürgermeister Buschmann den Äußerungen der Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses in deren Sitzung so entnommen. Also waren gestern von Open Grid Europe der Projektleiter Franz-Josef Kißing und sein Kollege André Graßmann erschienen, um Rede und Antwort zu stehen.

Da die Ausschussmitglieder allerdings keine Fragen an die Unternehmensvertreter hatten, forderte der Bürgermeister dann Kißing und Graßmann auf darzulegen, wie sie die Sorgen und Befürchtungen der Bürger hinsichtlich der geplanten Erdgasleitung entkräften würden. Projektleiter Kißing berichtete, dass es in Deutschland 54.000 Kilometer Erdgashochdruckleitungen gebe, von denen 12.000 Kilometer von Open Grid betrieben werden. "Es gibt kein Risiko beim Betreiben von Erdgashochdruckleitungen", stellte er zusammenfassend fest.

Harsche Kritik wurde von Heike Kohlhase (Grüne) am Verhalten der Hünxer Initiative gegen die Zeelink-Pipeline vorgebracht. Denn diese hatte dem Bürgermeister vorgeworfen, die Zeelink-Vertreter in der Ausschusssitzung sprechen lassen zu wollen, den Gegnern der Erdgasleitung aber zu verweigern, ihren Standpunkt vertreten zu können. Bürgermeister Buschmann verwahrte sich gegen den Vorwurf der Initiative, er würde ein falsches Spiel spielen.

Hatten die Ausschussmitglieder keine Fragen an die beiden Gäste von Open Grid, so nutzen die anwesenden Bürger umso intensiver die Einwohnerfragestunde, um den beiden Gästen auf den Zahn zu fühlen. Bei den Fragen, die sie stellten, wurde deutlich, dass sie sich große Sorgen machen, sie starke Zweifel quälen, ob der Schutz der Menschen tatsächlich gewährleistet ist. Da ging es um den Brandschutz, um die Überwachung der Anlage und auch um die Frage, ob die Leitung tief genug verlegt wird. Kißing und Graßmann bemühten sich, die Bedenken der Fragesteller zu entkräften. Sie versicherten, dass alle "Vorgaben des Gesetzgebers vollumfänglich erfüllt werden". Die Leitung, die duchstoßsicher sei, werde sogar 1,20 Meter tief verlegt, also tiefer als das Regelwerk vorsehe. Überzeugen konnten diese Aussagen die Fragesteller allerdings -so der Eindruck - nicht.

Quelle: RP
 
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