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Hünxe
Gauner gibt sich am Telefon als Polizist aus

Hünxe. Hünxer Seniorin erhielt verdächtigen Anruf von einem angeblichen Beamten. Der Mann wollte ihr Schmuckstücke zeigen, die als Diebesbeute nach der Verhaftung von drei Männern sichergestellt worden sein sollten. Von Heinz Schild

Wenn es darum geht, Menschen zu betrügen, schrecken Gauner vor nichts zurück: sie geben sich sogar als Polizeibeamte aus. Diese Erfahrung machte jetzt eine Seniorin aus Hünxe. Sie erhielt am vergangenen Mittwoch gegen Mittag zu Hause den Anruf eines Mannes, der von sich behauptete, Polizist zu sein. Man habe drei Ausländer festgenommen, die mit einem Pkw unterwegs gewesen seien, und bei ihnen jede Menge Schmuck entdeckt, der wohl gestohlen sei und nun den Besitzern zurückgegeben werden solle. Der angebliche Polizist kündigte an, dass er vorbeikommen und der Hünxerin den Schmuck zeigen wolle - vielleicht seien Teile darunter, die ihr gehören würden. Dann fragte er, ob sie allein zu Hause sei. Doch die Seniorin ging dem Gauner nicht auf dem Leim. Sie beendete das Telefongespräch, wendete sich sich kurze Zeit später an ihren Vermieter, der dann die Polizei anrief. Etwa eine Stunde später erschienen eine Polizeibeamtin und ein -beamter, die den Vorfall aufnahmen.

"Die Betrugsmasche, dass Anrufer sich als Polizeibeamte ausgeben, ist bekannt", sagte Polizeioberkommissar Daniel Freitag von der Kreispolizei Wesel. Vor etwa anderthalb Jahren kam es zu ersten Vorfällen dieser Art im Kreis. Es war wie eine Welle, damals gab es 20 bis 30 dieser Anrufe an einem Tag. Auch jetzt komme Ähnliches immer wieder vor. Eine Zielgruppe seien Senioren, die oft alleine lebten und deren Arglosigkeit - ähnlich wie beim Enkeltrick - ausgenutzt werde. Anrufer mit betrügerischen Absichten würden sich nicht nur als Polizeibeamte ausgeben, sondern auch als kommunale Bedienstete oder Vertreter des Amtsgerichtes. In der Wohnung würden sie ihre Opfer zumeist auf klassische Weise um Geld oder auch Wertgegenstände erleichtern.

Wer einen solchen Anruf bekommt, dem rät Polizeioberkommissar Freitag, sich den Namen und die Dienststelle geben zu lassen, aufzulegen, sich die entsprechende Nummer aus dem Telefonbuch oder über das Internet herauszusuchen und dann dort anzurufen. "Die Kriminalpolizei fährt nicht mit sichergestelltem Diebesgut herum, um es Opfern von Straftaten zu zeigen. Sie kontaktiert diese auf dem Postweg und lädt sie dann ein, sich die Dinge anzusehen", so Freitag. Bei Anrufen von der Polizei werde deren Rufnummer unterdrückt. Es gebe Fälle, dass bei einem Anruf durch einen Gauner nach technischen Manipulation tatsächlich die Nummer der Polizeidienststelle angezeigt werde, obwohl über einen anderen Anschluss angerufen werde - "Spoofing" nennt man diese Methode zur Verschleierung der eigenen Identität.

Bei Rückrufen rät der Polizeioberkommissar dazu, sich die betreffende Telefonnummer selbst herauszusuchen und von Hand einzugeben, nicht jedoch die Rückruftaste zu drücken. Wem ein Anruf verdächtig vorkommt, der sollte sich stets zeitnah an die Polizei wenden.

Quelle: RP
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