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Hünxe/Dinslaken/Voerde
Heimat 2.0: Die Region im Internet

Hünxe/Dinslaken/Voerde: Heimat 2.0: Die Region im Internet
Hünxe/Dinslaken/Voerde. Was früher im Infokasten im Dorf hing, wird heute gern in sozialen Netzwerken geteilt. Verschiedene Gruppen auf Facebook beschäftigen sich mit Dinslaken, Voerde, Hünxe und Themen aus den jeweiligen Gemeinden. Von Florian Langhoff

Wenn früher etwas Besonderes los war, dann waren neben der Tageszeitung oft die Nachbarn die beste Auskunftsquelle. Oder die berühmten Informationskästen, die es heute noch an vielen Stellen gibt. Mit Einzug der sozialen Netzwerke ins tägliche Leben hat sich das Heimatgefühl allerdings auch im digitalen Raum einen Platz erobert. Fast jede Stadt und jedes noch so kleine Örtchen lässt sich auf Facebook finden. Auch in Dinslaken und Umgebung ist man heute vernetzt.

Mit fast 8000 Mitgliedern ist die Gruppe "Wenn du in Dinslaken aufgewachsen bist, dann. . ." die größte Heimatgruppe in Dinslaken, Voerde und Hünxe. Dass sich aus seiner Idee einmal eine so große Sache entwickeln würde, hätte Gruppengründer Guido Glowacki sich niemals träumen lassen. "Ich dachte mir, vielleicht hört man so mal wieder was von Menschen, die man lange nicht gesehen hat", erzählt er. "Mit mehr als einigen Hundert Mitgliedern, wenn überhaupt, hätte ich nie gerechnet."

In den vier Jahren seit Gruppengründung ist die Mitgliederzahl konstant angewachsen. Dabei entstand die Gruppe eigentlich aus einem Angebotsvakuum heraus. "Ich habe damals auf Facebook nach Dinslaken gesucht. Es gab allerdings keine Seite, auch nicht von der Stadt. Deswegen habe ich mir gesagt, ich mache selbst eine auf", erklärt Glowacki, wie er zur eigenen Facebook-Gruppe kam. Er selbst kannte eine Gruppe mit ähnlichem Gruppentitel aus seinem neuen Wohnort Krefeld und übernahm das Konzept. Mittlerweile helfen ihm drei weitere Mitglieder aus der Gruppe, diese zu administrieren und moderieren. "Das ist ein ganz schön großer Aufwand", erklärt Glowacki. Manchmal fallen einzelne Leute durch unüberlegte Kommentare auf und dann müssen die Administratoren einschreiten. "Manche reden dann von Zensur - für mich ist die Grenze durch den gesunden Menschenverstand gesetzt", sagt der 46-jährige.

Überwiegend wird aber Schönes aus der Heimat geteilt: Man erinnert sich an vergangenen Zeit und teilt alte Fotos. Anekdoten werden erzählt oder aus Kindheitstagen berichtet. Aber natürlich spielt es auch immer eine Rolle, was gerade aktuell in der Stadt los ist, ob es nun ein Konzert gibt, oder jemand wissen will, warum über einem der Stadtteile ein Hubschrauber kreist. "Mich hat immer interessiert, was in der Stadt los ist", sagt Glowacki, der beruflich oft auf Reisen ist. Dann wird das Internet zur Verbindung in die alte Heimat und auch zu einem neuen Wohnort.

Und zwischendurch werden auch besondere Aktionen gestartet. So sammelte die Gruppe vor einiger Zeit rund 8000 Euro ein, um einem behinderten Jungen eine Delfintherapie zu ermöglichen. Diese wurden durch den Verkauf von Tassen mit dem Gruppenlogo erzielt, dass der in Dinslaken aufgewachsene Comiczeichner Wittek gestaltet hat. "Durch die vielen Mitglieder lässt sich wirklich etwas bewegen", erklärt der Gruppengründer, der über den Tag immer einige Stunden bei Facebook verbringt.

Auch in Voerde ist man mittlerweile vernetzt. Die Facebook-Gruppe "Wenn du in Voerde aufgewachsen bist" zählt rund 700 Mitglieder. "Ich hatte gesehen, dass es das für andere Städte gibt und in Voerde nicht. Daher habe ich die Gruppe gegründet", erzählt Jutta Kipnik. Auch hier findet sich thematisch eine bunte Mixtur aus Themen, die gerade in der Stadt wichtig sind - oder waren. "Ich möchte, dass sich die Voerde hier wiederfinden können, auch wenn sie aus der Stadt weggezogen sind", berichtet Jutta Kipnik. In der Gruppe diskutiert wird fast alles von aktuellen Themen und Veranstaltungen bis hin zu historischen Angelegenheiten. "Man soll auch in Erinnerungen schwelgen können", sagt Jutta Kipnik. Allerdings hat sie auch eine ganz klare Linie, was gewisse Themen angeht: "Reine Werbung oder Politik gehören nicht in die Gruppe", erklärt sie.

Auch in Hünxe ist man mittlerweile in den sozialen Netzwerken aktiv. Mehr als 1500 Mitglieder zählt die Gruppe "Dorfplatz Hünxe". Hier lassen sich ebenfalls zu Themen von historisch bis aktuell zahlreiche Beiträge finden. Mit dem "Dorfplatz Bruckhausen" gibt es in Richtung Dinslaken einen weiteren Facebook-Gruppen-Ableger. Übrigens lassen sich zahlreiche Gruppen und Seiten mit einem Heimatbezug im sozialen Netzwerk finden auch viele Organisationen, Vereine und Unternehmen aus der Region sind dort mittlerweile vertreten. Ein Blick lohnt sich, zumal die meisten Gruppen öffentlich, also ohne Anmeldung für jedermann zugänglich sind.

Quelle: RP
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