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Hünxe
"Heute nur heiter" - ein Geburtstagsfest

Hünxe: "Heute nur heiter" - ein Geburtstagsfest
Zum 40. Lyrik- und Prosa-Abend der AsF war das Blockhaus neben der Hedwigskapelle gut gefüllt. FOTO: Markus Weissenfels
Hünxe. Beim 40. Hünxer Lyrik- und Prosa-Abend der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) war die Plätze im Blockhaus neben der Hedwigs-Kapelle wieder bestens besetzt.

Der 40. Hünxer Lyrik- und Prosa-Abend sollte eigentlich ablaufen wie immer, hieß es. Aber die Vorleser Bärbel Knorth, Gerda Wolterhoff und Karl Neuköther alias "Stelten Karl" haben sich am Dienstagabend im Blockhaus am Gansenbergweg dann doch nicht ganz daran gehalten. "Heute nur heiter" lautete der Titel des mehr als zweistündigen, humorvollen Programms. Sonst seien die Texte "sehr kritisch und politisch", erklärte Marion Hülser, Vorsitzende der AsF Hünxe. Die SPD-Frauen sind Organisatorinnen des Lesetreffs, den es seit mehr als 20 Jahren gibt.

Wie ist das Ganze entstanden? Zu den AsF-Treffen habe die frühere Vorsitzende Gerda Wolterhoff, inzwischen 89 Jahre alt, stets Texte und literarische Sprüche vorgetragen, erinnerte sich Hülser. "Da machen wir einen ganzen Abend draus" hätten sich die Frauen damals gedacht und beim ersten Treffen seien plötzlich 30 Zuhörer dabei gewesen.

Der Publikumserfolg ermutigte die AsF zur Fortsetzung, und so hat sich das Vorlesen etabliert. Zweimal im Jahr, meist im Mai und im November, geht's ums aufmerksame Zuhören. Damals in der Gaststätte Nuyken gestartet, kann die AsF seit einigen Jahren die Blockhütte neben der Hedwigs-Kapelle nutzen. "Das klappt und passt immer", sagte Hülser und dankte der Kirche noch einmal für das Bereitstellen des Raumes. Obwohl: Sie solle nicht soviel Werbung machen für den 40. Abend, sei ihr geraten worden, so Hülser. Ein guter Tipp, denn auch so waren alle Plätze besetzt.

Musik gab's auch: Das Duo WinDo Strings mit Tina Dorando und Claudia Winsberg aus Hünxe setzte schöne Akzente. Beim Lesen war Bärbel Knorth als erste an der Reihe. Zwei Autoren hatte sie sich für den Abend ausgesucht: Hendrik Groen und sein Altenheim-Tagebuch "Eierlikörtage" sowie Homer Hickams Text "Albert muss nach Hause". Den oft skurrilen Alltag in einem Altenheim hat Groen protokolliert. Den Rebellenclub "Alt, aber nicht tot" lernten die Zuhörer dabei auch kennen, zudem ein "Fischmassaker" im Aquarium. Sie habe ein "bisschen missionarischen Eifer", sagte Knorth über ihre Lese-Motivation. Texte, die ihr gut gefallen, sollten auch andere lesen, ergänzte sie. Etliches fiel dabei durchs Raster: 25 Bücher habe sie für den 40. Abend gelesen, aber nur die beiden vorgestellten seien übriggeblieben. Vieles sei ihr zu banal, sagte Knorth, die seit 15 Jahren bei der AsF vorliest.

Als Frau der ersten Stunde schloss sich Gerda Wolterhoff an. "Sie ist immer dabei", lobte Hülser das Engagement der ehemaligen SPD-Ratsfrau. Und zum Schluss, nach viel Gelächter, kam auch Karl Neuköther noch einmal groß heraus: Zusammen mit Bärbel Knorth gestaltete er Elke Heidenreichs "Alte Liebe" als lebendige Szene.

Wem die Texte des Abends gefallen haben, der muss nach den Büchern und ihren Autoren, darunter auch der große Hanns Dieter Hüsch, nicht lange suchen: Traditionell sind die Bände in der Bücherei in Hünxe zu finden und ausleihbar.

(rtl)
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