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Hünxe
Initiative gegen Gaspipeline sieht Gefahr durch Amprion-Kabel

Hünxe. Die Initiative, die gegen den Bau der Zeelink-Gaspipeline kämpft, hat neues Gefahrenpotenzial ausgemacht. Sie hält es für "mehr als wahrscheinlich", dass für den Fall, dass die Pipeline tatsächlich gebaut wird, ein bis zwei Jahre später direkt daneben die Strom-Erdkabel der Amprion-A-Nord-Trasse verlegt werden. Dies gehe aus den Planungsunterlagen hervor. Amprion habe inzwischen bestätigt, dass die Bündelung mit der Gasleitung "in Frage komme".

"Das ist eine Untertreibung: Die Korridore bei Zeelink und Amprion sind deckungsgleich", sagt Rainer Rehbein, einer der Sprecher der Initiative. Außerdem seien die Eigentümer von Amprion und beim Zeelink-Betreiber OpenGrid zum Teil identisch. Die Initiative sieht die Gefahr, dass es bei den Bauarbeiten zu einem Bruch der Pipeline kommt und das befürchtete Katastrophen-Szenario eintritt. Dabei gebe es laut einem Gutachten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung für die Bevölkerung in einem Radius von über 500 Metern Durchmesser vom Explosionsort keinerlei Überlebenschancen.

Beim Bau der tiefliegenden unterirdischen Stromleitungen werde schwerstes Gerät auf einer Trassenbreite von über 40 Metern eingesetzt und riesige Erdmengen müssten bewegt werden. Statistisch gesehen sei die Hälfte aller schweren Unfälle bei Gas-Pipelines auf solche äußere Einwirkungen zurückzuführen.

Neben dem Gefahrenpotenzial für mindest 2000 Drevenacker und Bucholtwelmer sieht die Initiative noch weitere Konflikte. Die Durchmischung von uralten Bodenschichten werde aufgrund der über zwei Meter tiefen und rund sieben Meter breiten Amprion-Baugrube deutlich größere Folgen für die Landwirtschaft haben. Die ökologischen Folgen einer unterirdischen Stromtrasse seien erst experimentell untersucht. Sicher sei allerdings, dass es zu einer Bodenerwärmung von bis zu vier Grad Celsius kommt.

Beide Trassen nebeneinander würden darüber hinaus die praktisch vollständige Enteignung der Eigentümer auf vielen Kilometern Länge bedeuten. Die Bevölkerung der beiden Ortteile müsste auf Jahre hinaus mit schwerem Baustellenverkehr und Lärm leben. Auch sei jede bauliche Erweiterung Drevenacks und Buchholtwelmens damit erledigt.

In diesem Zusammenhang stellt die Initiative erneut die Haltung von Bürgermeister Buschmann in Frage, "der schon bei der Zeelink-Pipeline keinen Eingriff in die Planungshoheit der Gemeinde Hünxe erkennen kann".

In diesem Zusammenhang bestätigt Rehbein, dass beim Verwaltungsgericht Düsseldorf Akteneinsicht verlangt.

Mehr zu den Forderungen der Initiative sind auf deren Internetseite nachzulesen: www.todes-trasse-nein-danke.de

Quelle: RP
 
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