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Hünxe/Dinslaken
Markus Mohr nimmt sich eine Auszeit

Hünxe/Dinslaken. Der 52-jährige Autor und Regisseur macht Schluss mit seinen Schultheateraufführungen, um sich vorerst anderen Projekten zu widmen. Doch die Bühne bleibt weiterhin seine Leidenschaft. Von Florian Langhof

Die Bühne ist Markus Mohrs Leben. Anders lassen sich die Aktivitäten des Grundschullehrers in dieser Richtung wohl kaum beschreiben. Schon 1983 stand er, seinerzeit noch als Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Dinslaken, auf der Bühne. Mit den "Rheinbeißern" löste er sich mit Peter Fischer, Klaus Klein, Michael Nühlen und Ann Christin Eschenberg von der Schule und begann Kabarett zu spielen.

"Von dieser Zeit zehre ich heute noch. Ich habe damals sehr viel gelernt", sagt der 52-Jährige. Nicht nur, was Inszenierung und Humor angeht, sondern auch, was den eigenen Blick auf die Welt betrifft. Mohr ist ein schwarzes Loch. Er nimmt alles auf, was um ihn herum passiert und bringt es dann zurück auf die Bühne. Erst in Form von Kabarett und seit 2007 in Form von selbst geschriebenen Theaterstücken.

Muslimischer Terrorismus, Flüchtlingskrise? "An manchen aktuellen Themen kommt man einfach nicht vorbei", sagt Markus Mohr. "Ich baue sie ein, aber ich mache ja vor allem Kindertheater. Daher nie so, dass sie Angst machen." Seit 2003 bringt der Lehrer der Karl-Vogels-Grundschule in Hünxe Stücke auf die Bühne und seit fast zehn Jahren vor allem seine eigenen. "Schreiben ist eine einsame Tätigkeit, bei der man vor dem Computer sitzt oder mit Laptop im Bett. Es macht Spaß zu sehen, wie das, was man sich ausgedacht hat, Realität wird", erklärt Mohr. Zwei Verlage vertreiben mittlerweile seine Stücke. Eine Deutschlandkarte, auf der Mohr die Aufführungsorte seiner Stücke markiert hat, zeigen Aufführungen von München über Berlin bis nach Hamburg.

"Die Stücke wurden auch schon in Österreich und Italien aufgeführt und kürzlich sogar in China", verrät der Autor. Das Fine Arts Center des Euro-Campus der Deutschen Schule in Shanghai brachte eines seiner Werke auf die Bühne.

Trotzdem will Markus Mohr zumindest den Regiestuhl der Schultheateraufführungen verlassen. "Wenn ich etwas mache, bin ich Feuer und Flamme", erzählt er. "Und ich habe festgestellt, dass ich nicht mehr wirklich zum Abschalten komme", begründet er seine Entscheidung. Schluss mit Theater oder einem Leben auf der Bühne soll deshalb aber nicht sein. "Das ist meine Leidenschaft und etwas, das ich mein Leben lang machen möchte", sagt Markus Mohr. Aber er bekommt Zeit, mal andere Ideen in die Tat umzusetzen. So hat er schon einen Abstecher in die Poetry-Slam-Szene hinter sich gebracht und einen solchen Wettbewerb der Wortkünstler im Blue Shell in Köln für sich entschieden. Dass er den Wettbewerb nicht mit Klamauk, sondern mit einem ernsthaften Gedicht über den Islamischen Staat gewann, lässt ihn dabei besonders stolz sein.

Theaterstücke möchte Markus Mohr weiterhin schreiben. Mit "Carla und der unterirdische Gurkenprinz" hat er auch schon ein E-Book verfasst. "Das hat sich aber nicht so wirklich verkauft", erzählt Mohr. Ein weiteres Buchprojekt hat er schon im Kopf. Einen humorvollen Ratgeber für Lehrer, die sich selbst am Schultheater versuchen möchten oder die man vielleicht mit einem solchen Buch dazu bringen könnte. "Ich würde gerne Werbung für das Schultheater machen. Ich glaube, dass es sich wirklich lohnt, weil es eine außergewöhnliche Erfahrung für alle Beteiligten ist", erklärt Markus Mohr.

Quelle: RP
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