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Hünxe
Repair-Cafés arbeiten mehr zusammen

Hünxe: Repair-Cafés arbeiten mehr zusammen
Ein Blick ins Repair-Café Bruckhausen: Hermann Beeker (rechts) nimmt von Siegmund Breitfeld ein defektes Gerät in Empfang. FOTO: MB
Hünxe. Drittes Regionaltreffen der Einrichtungen nördliches Ruhrgebiet fand in den Räumen der Evangelischen Kirche in Bruckhausen statt. Die Idee "Reparieren statt wegwerfen" findet immer mehr Nachahmer.

Wanduhren, die nicht mehr schlagen, Wasserkocher, die nicht kochen, klemmende Toaströster, springende CD-Wechsler, dreibeinige Stühle - Gegenstände, die nicht mehr hundertprozentig funktionieren, aber auch noch nicht richtig kaputt sind, landen oftmals auf dem Müll. Dabei sind sie zum Wegwerfen zu schade. Vielfach ist nur eine Kleinigkeit defekt, die sich schnell reparieren lässt - im Repair-Café der Evangelischen Kirchengemeinde in Hünxe-Bruckhausen zum Beispiel. Regelmäßig verwandeln die Männer das Foyer der Kirche Unsere Arche in eine Werkstatt. Das Konzept bewährt sich seit einigen Jahren. Und nicht nur hier, auch in anderen Kommunen. Zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch trafen sich Mitglieder von zwölf Repair-Cafés in den Räumen der Evangelischen Kirche in Hünxe/Bruckhausen. Pfarrerin Ortrun Hillebrand wies in ihrer Begrüßung auf den sozialen Aspekt der Einrichtung als Beitrag zu einem gelungenem Gemeinschaftswesen und die aktive Umsetzung des Umweltgedanken bezüglich Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit hin.

Die anschließende Begehung der Repair-Café-Werkstätten (Elektroarbeitsplätze und Fahrradkeller) machte deutlich, dass das Repair-Café Hünxe/Bruckhausen bevorzugte Voraussetzungen für seine Arbeit hat, da es über reservierte Räume verfügt. Dies ist bei vielen anderen Repair-Cafés nicht der Fall, bei denen jede Veranstaltung durch Auf- und Abbau der Reparaturumgebung vor- und nachbereitet werden muss. Mit Kerstin Ramsauer von der Verbraucherzentrale NRW vom Team Initiativberatung hatte das Repair-Café eine Referentin zum Thema "Lokale Pressearbeit - wie kommt unsere Initiative in die Medien" gewonnen. Ein Thema, das von den technisch orientierten Reparateuren häufig vernachlässigt wird. An Hand von Beispielen konnten konkrete Möglichkeiten wirksamer Öffentlichkeitsarbeit erfahren werden.

Ein interessanter Beitrag von Jörg Haase vom Repair-Café Castrop-Rauxel über das französische Verständnis des Repair-Cafés und deren Kultur im Saarland und Frankreich ergänzte das Bild, dass jedes Repair-Café seine eigene Form finden muss, um seine Dienstleistungen an den Mann zu bringen.

Wichtig auch sein Angebot, die Zusammenarbeit zwischen den Repair-Cafés durch gemeinsame Schulungsmaßnahmen zu fördern. Ein Themenkatalog mit Vorschlägen liegt bereits vor. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, die mit einem Treffen beim Repair-Café Goch im Frühjahr nächsten Jahres fortgeführt wird.

Quelle: RP
 
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