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Hünxe
Schüler fühlen Politikern auf den Zahn

Hünxe: Schüler fühlen Politikern auf den Zahn
Sabine Weiss (CDU, v.l.), Jürgen Preuß (SPD), Stefan Meiners (Grüne), Gerd Baßfeld (Linke), Bernd Reuther (FDP) und Renatus Rieger (AfD) stellten sich den Fragen der Schüler. FOTO: Heiko Kempken
Hünxe. An der Gesamtschule in Hünxe diskutierten die Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Grünen, Linken, FDP und AfD mit Schülern über Themen wie die Türkei, Rüstungsexporte, Bildung, Arbeitsmarkt, Renten, Flüchtlinge und Digitalisierung. Von Florian Langhoff

Auf dem Podium durften die Politiker in der Aula der Gesamtschule Hünxe nur kurz Platz nehmen. Sabine Weiss (CDU), Jürgen Preuß (SPD), Stefan Meiners (Grüne), Gerd Baßfeld (Linke), Bernd Reuther (FDP) und Renatus Rieger (AfD) stellten sich kurz persönlich vor. Dann ging es auf Tuchfühlung mit den Schülern.

Jeder Politiker durfte sich einer Schülergruppe stellen, die Fragen vorbereitet hatte. Dann wechselten die Bundestagskandidaten jeweils zur nächsten Schülergruppe, um sich dort den Fragen zu stellen. In den Fragerunden kamen ganz unterschiedliche Themen auf den Tisch. Angefangen bei Sicherheitspolitik, dem Verhältnis zur Türkei oder Rüstungsexporten, über Bildung, Arbeitsmarkt und Renten, bis hin zu Flüchtlingen, Asylrecht und Digitalisierung richteten die Schüler die Fragen an die Politiker. Die hatten auf die verschiedenen Themen teilweise ähnliche, aber teilweise auch ganz unterschiedliche Antworten. Große Einigkeit herrschte zum Beispiel bei der Frage zur Türkei. Dass diese unter der Führung von Erdogan kein geeigneter Kandidat für einen Beitritt zur EU sei, erklärten alle sechs Bundestagskandidaten - wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen.

Beim Thema Flüchtlinge und Sicherheitspolitik gingen die Meinungen schon weiter auseinander. Zwar sprachen sich alle Kandidaten dafür aus, Menschen, die ein gesetzliches Recht auf Schutz haben, diesen auch zu gewähren. Sie hatten aber unterschiedliche Meinungen dazu, wie mit anderen Flüchtlingen zu verfahren sei, bei denen das nicht so eindeutig ist: Während zum Beispiel Stefan Meiners (Grüne) ein neues Zuwanderungsgesetz und Klarheit forderte, sprach sich Renatus Rieger von der AfD dafür aus, die Außengrenzen Deutschlands besser zu sichern - durch die Bundespolizei. "Ansonsten könnte man da auch Stacheldraht spannen. Das geht in anderen Ländern ja auch", sagte er.

Die größten Unterschiede gab es bei den Kandidaten bei der Frage nach Steuerpolitik und sozialer Gerechtigkeit. Während sich Jürgen Preuß, Stefan Meiners und Gerd Baßfeld klar für eine Umverteilung des in Deutschland vorhandenen Vermögens über Veränderungen im Steuersystem aussprachen, plädierten Sabine Weiss, Bernd Reuther und Renatus Rieger zum Beispiel gegen die Einführung einer Vermögenssteuer.

Bei den Schülern schien am Ende vor allem Stefan Meiners Eindruck machen zu können. Der Bundestagskandidat der Grünen punktete nicht nur in den Gesprächsrunden mit Kompetenz in Sachen Internet und soziale Medien, sondern auch mit einem klaren Statement zum Abschluss der Veranstaltung. "Was die Parteien am rechten Rand zu bieten haben, ist nichts Neues. Das ist der gleiche Scheiß, den wir in Deutschland schon mal hatten - von 1933 bis 1945", sagte er und bekam dafür viel Applaus.

Quelle: RP
 
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