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Hünxe
Schüsse im Pankok-Museum - alles Theater

Hünxe: Schüsse im Pankok-Museum - alles Theater
Dr. Andreas Wicke (l., Zeha Schröder) mag es gar nicht, dass Taddi Bimm (Helge Salnikau) ihm die Frau ausspannen will. FOTO: Joosten
Hünxe. "Freuynde + Gaesdte" spielten vor den Werken des Künstlers "Stillleben mit Leiche". Von Michael Mrosek

Normalerweise wird im Haus Esselt, dem Otto- Pankok-Museum, kein Theater gespielt sondern Leben und Werk des Malers, Graphikers und Bildhauers gewürdigt. Nun kamen im Rahmen des Festivals Heimspiel Theatermacher auf die Idee, Pankoks Oeuvre mit Eventtheater zu attraktivieren und beschworen am Ende der Premierenvorstellung auch den Geist der im Februar verstorbenen Tochter Eva Pankok.

Am Donnerstagabend wurde mit der Nichttheaterspielorttradition gebrochen. Mit dem eher simplen Plot von "Stillleben mit Leiche" wurde ein Zwei-Mann-Stück direkt vor den Gemälden von Otto Pankok aufgeführt.

Haus Esselt transformierte sich zum Anwesen von Galerist und Mäzen Dr. Andreas Wicke, der teure Wagen, sehr extravagante Einrichtungsgegenstände, alte und teure Whiskys und natürlich seine und auch andere Frauen liebt. Dieser "Ich-habe-es-geschafft-Mann" trohnt inmitten seiner Trophäen und genießt sein erfolgreiches Leben. So weit so gut. Doch als es an der Türe klopft und Taddi Bimm, ein junger, einfacher, polnischer Masseur, natürlich gutaussehend, davor steht und Mäzen Wicke davon überzeugen will, dass er sich von seiner Gattin scheiden lassen solle, weil diese jetzt mit Taddi ihr Leben verbringen wolle, gerät alles aus den Fugen.

Nicht einmal 30 Zuschauer wollten diesem Stück und der Premiere beiwohnen. Die Inszenierung stammt vom "Theater Freuynde + Gaesdte" im Rahmen des "Theaterfestivals Heimspiel". Regisseurin Anke Winterhoff verkaufte die Eintrittskarten an der Abendkasse und lotste die Zuschauer auf die Sitzplätze. Das für den Spielort Haus Esselt passend umgeschriebene Stück konnte man ganz unmittelbar erleben. Nicht einmal einen Meter von den Zuschauern entfernt gaben die Schauspieler ihrer Kunst Ausdruck und Spannung, teils mit derben Textzeilen, Messern, zerschlagenen Fensterscheiben und Schüssen aus einem Revolver, Ton und Expression. Die große Freitreppe, Kunstwerke und Leben von Otto Pankok sowie die obere Etage des Museums wurden natürlich mitbespielt und somit war das Stück vom Spielort inspiriert. Klar und gut verständlich waren die Dialoge. Besonders durch den teils dramatischen Stimmeinsatz und die ausdrucksstarke Mimik der Protagonisten gewann diese Theaterinszenierung.

Kurz vor der Pause wurde Taddi Bimm vom gehörnten Ehemann mit einem Schuss aus dem Haus gejagt. Ob er tödlich getroffen hatte, stellte sich natürlich erst im zweiten Akt heraus.

Quelle: RP
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