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Hünxe
Umwelt-Skandal: SPD fordert Reaktion

Hünxe. Die Schermbecker SPD fordert vom Unternehmen Nottenkämper nach dem Ölpellets-Skandal engmaschige Kontrollen auf dem Mühlenberg. Von Sebastian Peters

Nach den Grünen in Schermbeck nehmen nun auch die Sozialdemokraten die Firma Nottenkämper im Ölpellets-Skandal ins Visier. Die illegale Entsorgung mineralölbelasteter Abfälle am Mühlenberg in Gahlen wäre bei besserer Kontrolle durch das Unternehmen nicht geschehen, glaubt Petra Felisiak, Vorsitzende der SPD Schermbeck. Interne Überwachungsprozesse hätten nicht gegriffen. Der Kreis müsse nun Schritte einleiten und deutlich machen, dass Vorgänge wie am Mühlenberg nicht toleriert werden könnten.

Petra Felisiak fordert "Bußgelder und Strafverfahren, auch gegen Einzelpersonen". Im Juni war bekannt geworden, dass auf dem Gelände Mühlenberg von Nottenkämper zwischen April 2010 und September 2013 illegal 29.255 Tonnen Ölpellets, ein giftiges und leicht brennbares Abfallprodukt der Schwerölvergasung, entsorgt worden sind. Vier Angeklagte müssen sich vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Ihnen wird Untreue und Betrug vorgeworfen.

Unsere Redaktion wollte die Firma Nottenkämper mit den Vorwürfen konfrontieren. Alle Entscheider seien im Urlaub, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Der Hauptangeklagte, ehemaliger Prokurist von Nottenkämper, bleibt unterdessen verschwunden (wir berichteten).

Sein Schicksal bleibt offen. Die Polizei hat bisher in dem Fall keine Erkenntnisse.

Die ölhaltigen A bfälle lagern noch auf der Deponie. Felisiak nennt den Vorgang eine "Riesensauerei" , betont aber, dass laut Kreis keine Gesundheitsgefahr von den Stoffen ausgeht. "Es kann sogar sein, dass durch Ausheben und Abtransport größere Belastungen drohen, als wenn man es zunächst beim Status Quo belässt. Ein Schnellschuss bringt hier gar nichts." Nottenkämper müsse zusätzliche Überwachungsinstrumente installieren, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. "Wer das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen will, kann sich nicht mit einem Mindestmaß an Auflagen zufrieden geben.

Die Ergebnisse der zusätzlichen Untersuchungen sollten regelmäßig einsehbar sein.

Quelle: RP
 
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