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Hünxe-Bucholtwelmen
Verdampfer aus Hünxe geht auf Reisen

Hünxe-Bucholtwelmen: Verdampfer aus Hünxe geht auf Reisen
Anfang der Woche wurde der Vergaser in Bucholtwelmen auf einen Schwertransporter geladen und nach Witzenhausen transportiert. FOTO: Scherhag
Hünxe-Bucholtwelmen. Die Kraftwerkservice GmbH erhielt einen nicht alltäglichen Großauftrag in Höhe von 800 000 Euro. Von Hendrik Gaasterland

Als bei der Firma Hünxer Kraftwerkservice (HKS) vor sechs Wochen ein Großauftrag aus Witzenhausen einging, war dies kein Scherz. Das Unternehmen B+T Energie aus der Nähe von Kassel orderte einen Z-Verdampfer, bei dem sich das Auftragsvolumen mit Produktion, Transport und Montage auf rund 800 000 Euro belief. "Das kommt bei einem kleinen Familienunternehmen wie uns auch nur selten vor. Die Summe muss erst einmal vorfinanziert und gestemmt werden", berichtet Betriebsleiter Andreas Mumberg.

Die Hünxer Kraftwerkservice GmbH gründete sich im Jahr 2003 mit acht Mitarbeitern. Im Januar dieses Jahres wurden allein zehn neue Leute zum 1. Februar eingestellt. Die Firma beschäftigt mittlerweile 70 Menschen. In jedem Jahr beginnen zwei Lehrlinge in dem Betrieb ihre Ausbildung und fast alle werden anschließend übernommen. "Unsere Philosophie ist es, alles mit Eigenpersonal zu machen. Bei diesen Leuten ist die Leistungsbereitschaft größer, wenn sie für ihre Firma arbeiten", erklärt Mumberg, dessen Personal in den vergangenen sechs Wochen ganze Arbeit verrichtete. Der Z-Verdampfer - so genannt, weil er der Form nach dem Buchstaben Z ähnelt - wurde in der kurzen Zeit nicht nur fertiggestellt, sondern ist mit einem 4,65 Meter breiten Schwertransporter Anfang der Woche in knapp sechs Stunden für 270 Kilometer auch bereits zum Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk nach Witzenhausen transportiert worden. Dort wird er derzeit montiert. Für den Ausbau des alten und den Einbau des neuen Verdampfers sind noch einmal acht bis neun Arbeitstage auf der Baustelle vor Ort eingeplant, bis das Großprojekt wirklich abgeschlossen ist. Dass der Betriebsleiter beim Verladen auf den Transporter etwas angespannt war, kann er bis heute nicht leugnen: "Es geht um 800 000 Euro und man stelle sich vor, der Verdampfer fällt hin. Dann ist er Schrott." Das Besondere an dem Z-Verdampfer aus dem HKS-Haus ist, dass er als Gesamtpaket in den Kessel des Kraftwerks und nicht aus Einzelanfertigungen eingebaut wird. Das ist eine Neuheit und eine Entwicklung des Firmeninhabers Peter Paschmann, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht extrem wichtig war.

"Man spart dadurch 1600 Schweißnähte. Wenn man sich dann überlegt, dass man pro Schweißnaht rund vier Stunden Zeit benötigen würde, weiß man, dass man viel Zeit und Kosten spart. Dass das Produkt schneller ans Netz geht und weniger Kosten entstehen, freut natürlich den Auftraggeber", sagt Andreas Mumberg, der bei der Einbaustrategie des kurzfristig entstandenen Projekts sich mit Thomas Lahner von B+T Energie absprach: "Er schaute schon vorher bei uns zweimal in Hünxe vorbei, um sich auszutauschen."

Die Produktion des Z-Verdampfers schaffte HKS mit seinem Personal in den eigenen Hallen im Gewerbegebiet Bucholtwelmen. Beim Transport und der Verladung kooperierte das Familienunternehmen mit den Betrieben Hövelmann aus Dinslaken und Schares aus Bocholt - und das ganz bewusst. "Unsere Aufträge kommen fast ausschließlich aus Deutschland und wir arbeiten immer mit anderen Firmen aus der Region zusammen, weil das für uns mehr Sinn macht, als irgendwelche Subunternehmer zu beauftragen", meint der Betriebsleiter.

Quelle: RP
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