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Hünxe/Dingden
Wald-Camping mit der Waschbärenbande

Hünxe/Dingden: Wald-Camping mit der Waschbärenbande
Hünxe/Dingden. Die Hünxer Jugendgruppe leitet seit sechs Tagen ein Zeltlager auf der Dingdener Heide für die Stadt Dinslaken. Dabei sind auch spannende Abenteuer zu bestehen. Eine Nachtwanderung gehört dazu. Von Birgit Gargitter

Der Waschbär ist ein nachtaktives Tier, so sollte es nicht verwundern, dass sich auch Jugendleiter Andreas Pieper, seine Mitstreiter der Hünxer Waschbärenbande und die Kifeta-Jugendlichen ins Nachtleben stürzen. Was im Zeltlager auf der Dingdener Heide nichts anderes bedeutet als - richtig, eine Nachtwanderung mit Versteckspiel.

Es wird dunkel, es wird sogar sehr dunkel im finsteren Wald, als endlich die zweite Gruppe der Dinslakener Kifeta-Kinder den Hinweisen der ersten acht Kameraden folgen dürfen. Hinein geht es nahen Wald, zwei Taschenlampen leuchten den Weg über hochstehende Wurzel, durch Dornengestrüpp und Schlammlöcher, über einen schmalen Bachlauf hinein ins tiefschwarze Dickicht. Immer auf der Suche nach Glühstäben, die die zu Suchenden als Wegweiser hinterlassen haben. Manch ein Hinweis führt allerdings in die Irre.

Und so ist das Gefluche der Mädchen recht groß, nicht nur der Mädchen übrigens. "Komm wir ärgern die anderen und kehren zurück ins Zeltlager", ist mehr als einmal zu hören. Doch nach eineinhalb Stunden sind die Gesuchten endlich gefunden und nun ist es an ihnen, die zweite Gruppe zu finden. Die machen es ihnen, schon aus Rache, nicht leicht. Einen Vorteil hat die Nachtaktivität, die Kids sind erschlagen und ziehen sich, am Lager angekommen, müde in ihre Zelte zurück.

Sechs Schlafzelte, eine offene Jurte, ein Küchenzelt und ein großes Gruppenzelt bilden das Rund des Lagers, der Grillplatz in der Mitte, dazwischen viel Raum für Spiele und Aufenthalt, die Campingplatzeigner meinen es gut mit der Dinslakener Gruppe. "Wir fühlen uns hier auch sehr wohl", erzählt Andreas Pieper. Seit drei Jahren bietet die Hünxer Waschbärenbande das einwöchige Zeltlager an, kooperiert dabei mit dem Dinslakener Jugendamt.

Hervorgegangen ist die Waschbärenbande aus einer Pfadfindergruppe von 1985. Doch die Gruppe wurde zu klein, der Verband löste sie Ende 2011 auf. "Seitdem gibt es die Waschbärenbande als Jugendgruppe der Pfarrgemeinde Sankt Albertus Magnus in Bruckhausen", erklärt Jugendleiter Andreas Pieper. "Wir sind zwar noch pfadfinderisch geprägt, denn im Alltag, auch in den Zeltlagern kann einem das sehr helfen", so Pieper, doch Pfadfinder seien sie nicht mehr.

Spaß haben, Gemeinschaft erleben, neue Freunde finden sind nur wenige ihrer Ziele. Die Leiterausbildung, wie einst bei den Pfadfindern, ist Andreas Pieper dennoch wichtig, denn dort lerne man die Grundlagen der Jugendarbeit kennen, vor allem die gesetzlichen. Und die benötigt man im Umgang mit Kinderarbeit, doch erst die Praxis bringt die wirkliche Erfahrung.

Aus der Jugendarbeit in Sankt Marien und Sankt Jakobus heraus haben sich die Kontakte nach Dinslaken erhalten, das spiegelt sich unter anderem in der Kooperation mit dem Dinslakens Jugendamt wieder. "Ich hasse zelten", sagt Frank Schumann lachend, "Aktivitäten wie das Zeltlager, dazu noch in einer anderen Umgebung, wären für die Stadt in Eigenregie nicht durchführbar. So greifen wir dankbar auf die Angebote der Waschbärenbande zurück."

Übrigens nicht nur bei den Kinderferientagen, auch die Jugend-DIN-Tage und andere Aktionen werden durch die Waschbärenbande unterstützt.

Quelle: RP
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