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Jüchen
Abi-Kunstwerk am Gymnasium gestohlen

Jüchen: Abi-Kunstwerk am Gymnasium gestohlen
Die 60 mal 40 Zentimeter große Plastik der Künstlerin Renate Fellner stand für die Vergangenheit und Zukunft des Abiturjahrgangs 2016. FOTO: F. Reksztat
Jüchen. Mit einer Spielkarte der Künstlerin Renate Fellner wollte der Abi-Jahrgang etwas Bleibendes hinterlassen. Jetzt ist das Kunstwerk weg. Von Wiljo Piel

Die Schüler des Abiturjahrgangs 2016 sind entsetzt: Unbekannte haben vom Gelände des Gymnasiums an der Stadionstraße ihr Kunstwerk gestohlen, das als bleibende Erinnerung an die Schulzeit und das Abi-Motto gedacht war. 1300 Euro hat die von der Kamp-hausener Künstlerin Renate Fellner geschaffene Spielkarte aus Acrylglas gekostet. Jetzt ist sie weg. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Die Schüler hatten die Spielkarte auf einer rund 1000 Euro teuren Stele aus Naturstein postiert. Irgendjemand hat die 60 mal 40 Zentimeter große Karte aus der Verankerung gerissen und sie von der "Wiese der Denkmäler" des Gymnasiums geschleppt. "Die Tatzeit liegt zwischen Montag, 17 Uhr, und Dienstag, 7.45 Uhr", sagt Polizeisprecherin Diane Drawe, die auf Zeugenhinweise in diesem Fall des schweren Diebstahls hofft. Zusätzlich ärgerlich: Die an der Stele befestigte Plakette mit den Hinweis auf den Abi-Jahrgang wurde mit einem Edding verschmiert. Irgendjemand hat "Riped" darauf gekritzelt - was in der richtigen Schreibweise mit zwei "p" so viel wie "zerrissen" oder "herausgerissen" bedeutet.

Das Kunstwerk wurde herausgerissen, die Tafel verschmiert. FOTO: N. Wirtz

"Das ist außerordentlich schade", kommentiert Renate Fellner den dreisten Diebstahl. Nicht nur sie, sondern auch eine Schülerin hatte sich mit dem Denkmal viel Arbeit gemacht und sämtliche Namen des Abi-Jahrgangs in die Seitenteile der Spielkarte geritzt. "Den Umgang mit dem Gravurstift habe ich ihr beigebracht, schließlich sollten sich die Schüler auch selbst in das Kunstwerk einbringen", sagt die Kamphausenerin.

Das Motto der Gymnasiasten hieß "Abi Vegas - um jeden Punkt gepokert". "Die Herz-Ass-Karte war für uns eine große Metapher", berichtet Abiturient Florian Reksztat (18): "Mit dem Abi haben wir ein Ass im Ärmel - wir brauchen aber auch viel Herz, gute Karten und eine Portion Glück, um unsere eigenen Wege zu finden." Mit ihrem Kunstwerk wollten die Schüler etwas "Bleibendes" auf dem Gelände des Gymnasiums hinterlassen - "und wir haben schon überlegt, wie das sein könnte, wenn wir in 20 Jahren bei einem Klassentreffen an unserem Kunstwerk stehen", sagt Reksztat.

Da dem Abiturjahrgang nach der Auflösung des Stufenkontos keine finanziellen Mittel mehr für einen Ersatz zur Verfügung stehen, hoffen die Schüler nun darauf, dass die polizeilichen Ermittlungen zum Erfolg führen. "Wir würden uns natürlich auch über eine anonyme Rückgabe freuen", sagt Florian Reksztat.

Quelle: NGZ
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