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Jüchen
Alte Bäume weichen neuem Bolzplatz

Jüchen: Alte Bäume weichen neuem Bolzplatz
Ein großer Teil der maroden Birken ist gefällt. Jetzt können die Kelzenberger Kinder wieder sicher auf dem Bolzplatz Fußball spielen. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Mit einer großen Baumfällaktion startete der Heimatverein Kelzenberg/Mürmeln die Umgestaltung des Bolzplatzes. Die Bäume waren nicht mehr sicher, immer wieder brachen Äste ab. Gemeinde und RWE unterstützen den Verein. Von Gundhild Tillmanns

Ein gefahrloses Bolzen war schon lange nicht mehr möglich auf der Rasenfläche am Feuerwehrgerätehaus. Die hohen maroden Birken neigten sich teilweise schon gefährlich in Richtung Boden. Immer wieder brachen große Äste aus den ausgedünnten vertrockneten Baumkronen: "Es war höchste Zeit, die kranken Birken zu fällen", sagt Toni Becker, der Vorsitzende des Heimatvereins Kelzenberg/Mürmeln. Vereinsgeschäftsführer Johannes Hacks, der gemeinsam mit seinem Sohn Markus auch mit den Motorsägen beim Baumzerteilen hilft, kann nur beipflichten: "Ich habe auch beruflich mit der Materie zu tun, die Birken sind wirklich in einem schlechten Zustand", bestätigt er.

Beruflich ist Hacks nämlich bei einer RWE-Tochter beschäftigt, und so wurde er Pate für das Projekt "Bolz- und Festplatzsanierung" in Kelzenberg. Er musste gestern für seinen Arbeitseinsatz zwar Urlaub nehmen. Aber die etwa 50 Stunden Eigenleistung, die er in das Projekt steckt, werden belohnt: 2000 Euro spendet RWE dem Heimatverein Kelzenberg/Mürmeln, der insgesamt mit etwa fünf Helfern an die 150 Arbeitsstunden leisten will.

Rechtzeitig vor der Brutzeit der Vögel fielen gestern Morgen die ersten kranken Birken den Motorsägen zum Opfer. Im Herbst werden die restlichen gefällt und durch resistentere Baumarten ersetzt. Die Gemeinde Jüchen finanziert die Gartenbaufirma, die die Bäume fällt. Ein Betrag von 1000 Euro und natürlich die Arbeitsstunden bleiben am Heimatverein "hängen". "Wir wollen etwas für unsere Jugend tun", betont der Vorsitzende und fügt hinzu: "Auf dem Land ist es sowieso ein Problem, dass die Jugend wegzieht."

Um Kelzenberg auch für jüngere Semester lebens- und liebenswert zu erhalten, hat der Heimatverein schon eine Menge auf die Beine gestellt. Von RWE bereits mit insgesamt 3300 Euro unterstützt, wurden eine Bushaltestelle mit Rastplatz gebaut, eine Flutlichtanlage am Bolzplatz angebracht sowie eine fest installierte Trinkwasserverteilung am Feuerwehrgerätehaus, die auch für künftige Feste im Zelt auf dem Bolzplatz genutzt werden kann.

Denn der Heimatverein gibt die Hoffnung nicht auf, dass es im Dorf eines Tages doch wieder einen König gibt und eine Kirmes gefeiert werden kann, wie Becker betont. Genügend Platz fürs Festzelt wird es nach der Fällaktion auf jeden Fall geben: "Bisher konnten wir nur ein zehn Meter langes Zelt aufbauen. Jetzt haben wir Platz für 15 Meter", freuen sich Hacks und Becker. Das seien auch die Normalmaße der Zeltverleiher.

Bürgermeister Harald Zillikens schaute gestern Morgen beim Baumfällen vorbei. Die Initiative des Heimatvereins hatte auch bereits Lob und Anerkennung im Umweltausschuss gefunden. Schließlich spart die Gemeinde viel Geld, wenn sich Bürger, so wie in Kelzenberg, selbst um die Verschönerung ihrer Dörfer kümmern. Und wenn der Heimatverein wieder Geld habe, dann werde er auch neue Fußballtore für den Bolzplatz anschaffen, versprach der Vorsitzende gestern.

Quelle: NGZ
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