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Jüchen
Anwohner kämpfen gegen Verkehrslärm

Jüchen: Anwohner kämpfen gegen Verkehrslärm
Sabine Wies und Heinz-Willi wollen sich gegen das hohe Verkehrsaufkommen auf der maroden Kölner Straße wehren. Wies will Unterschriften sammeln und eine Bürgerinitiative gründen. Foto: G. Salzburg FOTO: Schueller
Jüchen. Sabine Wies leidet unter Lastwagenverkehr an der Kölner Straße, will Unterschriften sammeln und eine Bürgerinitiative gründen. Anwohner der Odenkirchener Straße versprechen sich von einem gemeinsamen Vorgehen mehr Erfolg. Von Daniela Buschkamp

Drei Mal ist Sabine Wies bereits umgezogen - innerhalb ihrer Wohnung an der Kölner Straße, Ecke Buschgasse. Die Jüchenerin suchte nach einem möglichst ruhigen Raum zum Schlafen. Ihr Problem: "In der Nacht fahren Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit über die Straße." An einen erholsamen Nachtschlaf sei da trotz Schallschutzfenstern nicht zu denken. Auch abgesackte Kanaldeckel würden für noch mehr Lärmbelästigung sorgen: "Die Laster bremsen davor ab, die Bremsen quietschen, dann rappeln sie über den Deckel", schildert die 50-Jährige die Geräuschkulisse. Jetzt will Sabine Wies sich nicht länger mit dem nach ihrem Empfinden zunehmenden Verkehrslärm abfinden: Sie will Unterschriften sammeln und langfristig eine Bürgerinitiative gründen.

Immer wieder beschweren sich Anwohner an der Kölner, Neusser und Odenkirchener Straße (B 59) über den schlechten Zustand der Straßendecke: Die Fahrbahn auf Jüchens wichtigster, teils innerörtlicher Verkehrsader weist Rillen auf, der Asphalt ist geplatzt, Kanalschächte sind abgesackt. Ein Zustand, der auch bei der Gemeindeverwaltung bekannt ist. Allerdings: "Die Straße fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, sondern in den von Straßen NRW", hatte Bürgermeister Harald Zillikens im Verkehrsausschuss erklärt. Für die Bundesstraße sei der Straßenbaulastträger verantwortlich. Dieser hatte eine grundlegende Sanierung eigentlich bereits in diesem Jahr geplant. Sie war aber verschoben worden. Wegen der Autobahn-Baustellen 46/44n/61 und den damit verbundenen zeitweisen Sperrungen befürchteten die Experten einen Verkehrskollaps, wenn zeitgleich auch der Verkehr auf der B 59 nicht ungehindert rollen könne. Was die Gemeinde aber plant: Sie will ein Verkehrskonzept erstellen und lässt dazu die Verkehrsströme entlang der B 59 ermitteln.

Unterschriftensammlungen und immer wieder Nachfragen bei Gemeindeverwaltung, bei Straßen NRW und bei der Bezirksregierung: Das haben Karl-Heinz Quack und Necat Afyon, Anwohner der Odenkirchener Straße, bereits hinter sich. So haben sie mehr als 370 Unterschriften an Bürgermeister Harald Zillikens übergeben von Jüchenern, die sich über die hohe Verkehrsbelastung an der Kölner und Odenkirchener Straße beschweren. "Geschen ist seitdem nichts", sagt Quack frustriert. Gerade in den vergangenen Tagen seien wieder zahlreiche Lastwagen mit Grubenmaterial unterwegs gewesen. Die Idee einer Bürgerinitiative hält Quack für sinnvoll, denn: "Es muss endlich etwas passieren."

Sabine Wies bereitet zurzeit Listen für Unterschriften vor, hat bereits Kontakt zu Händlern aufgenommen. Unterstützt wird sie dabei von Sandra Lohr, der CDU-Ortsverbandsvorsitzenden in Jüchen, und Helmut Kreutz. "Die Gemeinde kann bei dieser Straße nicht viel erreichen; dies ist eine Sache von Straßen NRW", sagt Lohr. Sie hofft nun, dass das Engagement der Anwohner etwas bewirken kann.

Quelle: NGZ
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