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Jüchen
Auch Politik fordert: Jüchen soll Stadt werden

Jüchen. Die von Jüchener Unternehmern angeregte Umbenennung in Stadt Jüchen wird von den Rats-Fraktionen unterstützt. Von Gundhild Tillmnns

Unternehmer in Jüchen wollen es, der Bürgermeister auch: Die Gemeinde Jüchen soll Stadt werden. Einmütig positiv stehen auch die Vorsitzenden der größten Ratsfraktionen diesem Ansinnen gegenüber, das bei der Unternehmerbefragung der Wirtschaftsförderung jetzt unter anderem als Ergebnis vorliegt.

Einen Imagegewinn und einen weniger provinziellen Auftritt gegenüber der Konkurrenz erhoffen sich Unternehmer, wenn sie ihre Adresse mit Stadt Jüchen, und nicht wie bislang mit Gemeinde Jüchen, künftig vielleicht angeben können. CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Esser sagt: "Wir haben das Thema vor vielen Jahren schon einmal diskutiert. Eigentlich waren alle Fraktionen für eine Umbenennung. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, warum daraus nichts geworden ist", gibt Esser zu. Er möchte eine aktuelle Aufstellung aus dem Rathaus, welche Kosten für eine Umbenennung zu erwarten wären, sowie eine Analyse der Vor- und Nachteile. Er sähe aber einen Vorteil, wenn Jüchen als Stadt zumindest Teile der Aufgaben des Kreises in Eigenregie übernehmen könnte, sagt Esser und bezieht sich damit auf das Baurecht und die Verkehrslenkung. "Das Jugendamt sollte aber beim Kreis bleiben. Da ist es in guten Händen", fügt der CDU-Fraktionsvorsitzende hinzu. FWG-Vorsitzender Gerolf Hommel erinnert sich an den ersten Ablauf zur Umbenennung in Stadt Jüchen: "Wir haben die Umbenennung bereits 2008 beantragt zu prüfen. Unser Ziel war und ist auch heute, die Stadtrechte teilweise zu erlangen. Das gilt für das Baurecht und das Verkehrsrecht. Beides geht einher mit der Wirtschaftsförderung und Gemeindeentwicklung. Es gehört für uns unabdingbar zusammen", betont Hommel.

"Beim Baurecht müssen wir den Umweg über den Kreis beenden", sagt Hommel. Ansiedlungswillige Unternehmen müssten im Jüchener Rathaus zeitnahe Zusagen oder eben auch Absagen bekommen können. Das gelte auch für den Wohnraum und die Verkehrslenkung. "Damals hat man dem Rat vorgerechnet, dass sowas wegen der Personalkosten zu teuer wird. Man hat aber 2008 verschwiegen, dass dem Gebühreneinnahmen entgegenstehen. Im Jahr 2007 waren das nur bei Baugenehmigungen knapp über 100.000 Euro", verdeutlicht der FWG-Fraktionsvorsitzende.

FDP-Fraktionsvorsitzender Konrad Thelen äußert sich so: "Grundsätzlich steht die FDP Jüchen dem Thema Stadt Jüchen positiv gegenüber. Schon vor zwei Jahren haben wir in informellen Gesprächen mit der Verwaltungsspitze und unserem Kooperationspartner CDU das Thema angesprochen", erinnert Thelen. Neben der Imageaufwertung Jüchens sehe die FDP vor allem die Vorteile, mehr Entscheidungsprozesse in der Gemeinde anzusiedeln. Allerdings müssten die Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde zunächst dargestellt werden, schränkt Thelen ein.

SPD-Frakionsvorsitzender Holger Witting meint: "Ich glaube, dass Jüchen ohnehin weiter so wachsen wird, dass wir automatisch Stadt werden." Er persönlich sei aber auch zum jetzigen Zeitpunkt offen für eine Umbenennung. Darin sähe er nicht nur einen Imagegewinn, sondern unter anderem auch mehr Möglichkeiten für Jüchen, Verkehrsbelange wie etwa Tempo-30-Zonen selbst zu regeln.

Quelle: NGZ
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