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Jüchen
Baustellensorgen trüben Heimatmarkt

Jüchen: Baustellensorgen trüben Heimatmarkt
Floristin Lydia Meuter hatte passend zu den Brombeertönen dieses Herbstes ein fesches Dirndl gewählt. FOTO: Gundhild Tillmanns
Jüchen. Die Aussteller beim zweiten Heimatmarkt beklagten teilweise schon jetzt erhebliche Umsatzeinbußen durch die B59-Baustelle. Und im Verkehrsausschuss wurde gefordert, die Odenkirchener Straße komplett wieder aufzureißen. Von Gundhild Tillmanns

War der erste Heimatmarkt im vergangenen Jahr noch mehr eine Präventionsveranstaltung, um damals noch vor Beginn der großen Baustelle in Jüchen die Kunden zu binden, so hatte der zweite Heimatmarkt am Donnerstagabend eine weitaus höhere Brisanz: Denn die ersten Aussteller konnten bereits von den Negativfolgen der Dauerbaustelle auf der B 59-Ortsdurchfahrt berichten. Zu allem Übel wurden die Besucher zudem vor Haus Katz ebenfalls von einer Baustelle empfangen und mussten sich den Eingang ums Haus herum suchen.

Viel Mühe gaben sich allerdings die Aussteller, ihre Blumen, Kleidungsstücke, Dekorationsartikel, Schmuck und Dienstleistungen im Sitzungssaal zu präsentieren, wo die Gruppe "Spin off" für Unterhaltung sorgte. Das Untergeschoss nutzte Rewe Ermer für ein kleines Oktoberfest mit deftigen Spezialitäten. Und auch einige Geschäftsfrauen unter den Ausstellern hatten sich mit feschem Dirndl dem Motto angepasst.

Besucher stöberten beim Heimatmarkt in Haus Katz. FOTO: gt

Das Hauptgesprächsthema blieb die Baustelle auf der B 59. So erlebt beispielsweise Floristin Lydia Meuter an der Buschgasse, die (unerlaubt) zum Umfahren der Baustelle genutzt wird, "das tägliche Chaos", wie sie sagt: "Die Buschgasse ist eigentlich viel zu eng für den Begegnungsverkehr. Und wenn sie gerade mal frei ist, dann rasen die Autofahrer auch noch da durch", beobachtet die Geschäftsfrau, die befürchtet, dass mit fortschreitender Baustelle ihre Kunden auch die Ausweichparkplätze bei Aldi oder DM nicht mehr ansteuern können und dann ausbleiben.

Anne Richetta hat in ihrem Geschäft "Mammina" an der Odenkirchener Straße, deren Fahrbahn zwar saniert ist, aber voraussichtlich nachgebessert werden muss, schon stark unter der Baustelle gelitten: "Ich habe zwar meine Abrechnungen noch nicht gemacht, aber ich hatte erhebliche Umsatzeinbußen", beklagt die Geschäftsfrau. Es habe während der Bauzeit einfach keine Parkmöglichkeiten für ihre Kunden gegeben, und die Gehwege seien vor allem für Mütter mit Kinderwagen nicht zu benutzen gewesen. Sie sehe auch eigentlich nicht ein, warum die Straße überhaupt saniert werden musste, gibt Richetta zu.

Mammina-Inhaberin Anne Richetta leidet unter der Baustelle. FOTO: gt

Die Baustellenprobleme waren am Donnerstagabend auch Thema im Verkehrsausschuss. Karl-Heinz Mohren (CDU) beklagte "die äußerst schlechte Qualität" der Bauarbeiten auf der B 59: "Selbst ein Laie kann erkennen, dass die Straßendecke nicht plan ist", sagte er und fragte, welche Möglichkeiten die Gemeinde Jüchen habe, auf Straßen.NRW und die Baufirma einzuwirken? "Wir haben keine rechtlichen Möglichkeiten", musste der Technische Dezernent Oswald Duda zugeben. Straßen.NRW sei Bauherr für den Bund als Eigentümer dieser Bundesstraße. Die Gemeinde Jüchen sei lediglich mit dem Bau der neuen Kanäle und der Bushaltestellen an der Maßnahme beteiligt.

Duda gab aber zu, die Mängel müssten auf der neuen Fahrbahn auf der Odenkirchener Straße, insbesondere im Einmündungsbereich zur Riekestraße, unbedingt behoben werden. Das habe die Gemeinde mündlich und auch schriftlich bei Straßen.NRW hinterlegt. Mohren forderte sogar, die gesamte Odenkirchener Straße noch einmal aufzureißen und neu zu decken. Straßen.NRW hat bekanntlich eine Profilüberprüfung der Fahrbahndecke angekündigt und will dann über eine Nachsanierung entscheiden.

Die "Wanderbaustelle" ist auf der B 59 jetzt in dem Teilabschnitt zwischen den Einmündungen Stadionstraße und In den Weiden "angekommen". FOTO: Anja Tinter
Quelle: NGZ
 
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