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Jüchen
Bettenskulpturen im Atelier Fellner

Jüchen: Bettenskulpturen im Atelier Fellner
Renate Fellner stellte Bettenskulpturen aus. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Aus Glas, Bronze und Kupfer formt Renate Fellner ihre Kunstwerke.

Es war ihre 28. Atelier-Sommer-Vernissage, und Renate Fellner hatte sich wieder Einiges einfallen lassen. Die Vernissage am Wochenende stand unter der Überschrift "So wie Du liegst, so lebst Du". "Das Ausstellungsthema ist keineswegs verwegen oder anzüglich und auch nicht frivol", sagte die 71-Jährige. Fellner verriet, wie sie auf das Thema gekommen war: "Vor Jahren habe ich in einer Tiersendung gehört, dass Affenmännchen nur dann zufrieden sind, wenn sie auf ihrem Stammplatz sitzen." Und die Künstlerin weiß, dass man kein Affe sein muss, um Wert zu legen auf einen Stammplatz.

Das Bett ist so ein Stammplatz. Die Bett-Skulpturen spiegeln die vielfältigen Funktionen wider. Was Renate Fellner zusätzlich gereizt hat: In der Kunst nimmt das Bett nicht den Stellenwert ein, den es verdient hat, von Ausnahmen abgesehen. wie auf dem Spitzweg-Gemälde "Der arme Poet". Die Materialien, die die Künstlerin verwendete, sind Kupfer, Glas und Bronze, nicht selten auch im Material-Mix. Das Glas, in unterschiedlichen Farben, wirkt dabei sehr modern. "Kühles Lager" tituliert sie eine Skulptur mit einer Decke aus Glas, die an Eis erinnert. Erstaunlich, wie Renate Fellner die Formen von benutzten Bettdecken hinbekommen hat. Die Formen hat sie zunächst aus Gips geformt.

Im Herbst hatte die Künstlerin in ihrem paradiesischen Garten auf einer kleinen Fläche eigens Korn einsäen lassen. Dort platzierte sie eine vergleichsweise große Bettskulptur aus Glas. Lust, Zweisamkeit, Einsamkeit, Krankheit: Das alles und noch einiges mehr assoziiert man mit dem Bett. Und natürlich auch Gemütlichkeit. Die bringt die Künstlerin unter anderen mit ihrem "Katzenbett" zum Ausdruck. Während das Bett aus Glas besteht, ist die Katze als Gemütlichkeitsverstärker eine kleine Bronzearbeit. Im "Bett voller Geigen" bestehen die Mini-Instrumente ebenfalls aus Bronze, die Bettdecke ist aus Kupfergewebe gearbeitet. Es lohnt sich, auf die Details zu achten: Statt der normalen Beine hat ein Bett filigran gearbeitete Hände und Füße.

Offenes Atelier mittwochs ab 15 Uhr, Kamphausen 171

(barni)
 
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