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Jüchen
Bisher nur 50 Eltern an Gesamtschule in Jüchen interessiert

Jüchen. Mindestens 100 Anmeldungen benötigt die geplante Gesamtschule. Erkundungsfahrten sollen mehr Eltern motivieren. Von Karin Verhoeven

Vom 29. Januar bis einschließlich 2. Februar läuft das vorgezogene Anmeldeverfahren für die geplante Gesamtschule in Jüchen. Wenn dann laut Vorgabe der Bezirksregierung mindestens 100 Anmeldungen vorliegen, soll die vorhandene Sekundarschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden. Zum Elterninformationsabend in der Sekundarschule kamen aber nur 50 interessierte Eltern.

Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens verdeutlichte: "Die Stadt Mönchengladbach muss 560 Schüler für ihre Gesamtschule abweisen - auch Schüler aus Jüchen. In Grevenbroich waren es etwa 80. Deshalb kamen damals über 60 Schüler an unsere Sekundarschule, die wir jetzt umwandeln können - nur in diesem und im nächsten Jahr nicht mehr." Die bisherige Sekundarschule sei ohnehin für Jüchen nur "die zweite Wahl" gewesen, räumte der Verwaltungschef ein.

Zur Motivation der Eltern war der Leiter der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen, Alois Brinkkötter, eingeladen worden. Der zweite Experte des Abends war Achim Körbitz von der Universität Bielefeld, der den Umwandlungsprozess in Jüchen fachlich als Moderator begleiten soll. Die Eltern nutzten die Gelegenheit, die Experten zu befragen und ihre Sorgen darzulegen. "Wird die Anmeldezahl erreicht? Und was passiert, wenn es keine 100 Anmeldungen gibt," sorgte sich Isabel Kranzen, die Mutter von Aaron (8). Diese Frage beschäftigte auch Heike Virchow und viele andere Eltern. Die Antwort war denkbar einfach - bei Nichterreichen der notwendigen Anmeldungen bleibt die Sekundarschule, erfuhren sie.

Peter Trost (CDU) fragte nach der Leistungsfähigkeit der geplanten Gesamtschule und erhielt von Alois Brinkkötter die Information: "Wir schöpfen das Potenzial der Kinder früher aus, aber mit weniger Druck als am Gymnasium. Denn an der Gesamtschule ist bis zum Abitur ein Jahr mehr Zeit," antworteten die Experten.

Besonders glücklich über eine Gesamtschule in Jüchen wäre Evgenja Jakobi, die seit zwei Jahrzehnten in Deutschland lebt und nun von Siegen nach Jüchen zieht. An den Gesamtschulen von Grevenbroich habe sie für ihre beiden Söhne Erwin (10) und Ewald (12) Absagen bekommen. Nun hoffe sie auf eine neue Gesamtschule in Jüchen. Wenn die eingerichtet werde, dann würde sie ihre Söhne auch sofort dort anmelden, kündigt die zweifache Mutter an.

Info Für interessierte Eltern, die möglicherweise noch unentschlossen sind, bietet die Gemeinde Jüchen in Bussen ganztägige kostenfreie Informationsfahrten zu der Vorzeige-Gesamtschule "Fritz-Winter-Gesamtschule" in Ahlen/Südwestfalen an. Termine sind am 21., 22. und 27. Januar. Anmeldungen bei Bernhard Krahwinkel im Jüchener Schulamt, Zimmer 24, Telefon 02165 9154000.

Quelle: NGZ
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