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Jüchen
Bürgerbus-Projekt nimmt an Fahrt auf

Jüchen. Am 28. November soll ein neuer Verein gegründet werden, der ein Konzept für den Betrieb eines Bürgerbusses in Jüchen erarbeitet. Die Verwaltung will Starthilfe leisten. Jetzt werden Bürger gesucht, die sich engagieren wollen. Von Christian Kandzorra

Neuer Anlauf für einen Bürgerbus in Jüchen: Nachdem das Projekt vor fünf Jahren gescheitert war, nimmt es jetzt wieder an Fahrt auf. Am 28. November soll um 18 Uhr im Sitzungssaal des Jüchener Rathauses (zweites Obergeschoss) ein Bürgerbus-Verein gegründet werden. Bei einem Infoabend meldeten sich jetzt bereits neun Bürger, die bereit sind, sich in einem Verein zu engagieren - damit ist die wichtigste Grundlage für dessen Gründung geschaffen. Jeder, der sich im Verein einbringen möchte, kann an der Gründungsversammlung teilnehmen. "Wir hoffen, dass wir einen Vorstand aufstellen können und dass viele Bürger am 28. November ins Rathaus kommen", betont Gerhard Geisler. Der Aldenhovener lädt offiziell zur Gründung des Vereins ein, was allerdings nicht bedeutet, dass er ein Vorstandsamt bekleidet.

Neu angeschoben wird das Projekt von der Gemeindeverwaltung. In den vergangenen Monaten hatten insgesamt 37 Menschen Interesse an einem Bürgerbus, der von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird, bekundet und bei verschiedenen Veranstaltung dafür unterschrieben. Der Kleinbus soll - wenn er angeschafft werden kann und den Betrieb aufnimmt - eine Ergänzung zu den bereits im Gemeindegebiet bestehenden Buslinien darstellen und vor allem kleinere Dörfer etwa im Norden der Gemeinde anfahren, die selten oder gar nicht vom Öffentlichen Personen-Nahverkehr angesteuert werden.

Zu den Dörfern, durch die nur etwa alle zwei Stunden ein Bus fährt, zählt Aldenhoven, die Heimat von Gerhard Geisler. Er glaubt an den Erfolg eines Bürgerbusses: "Gerade ältere Menschen warten darauf, dass der Bürgerbus kommt. Wenn sie nur im Nachbardorf Bedburdyck einkaufen gehen oder auf den Friedhof wollen, sind sie oft auf Nachbarn angewiesen, die sie fahren. Sie können ja nicht mit dem normalen Bus nach Bedburdyck fahren und dann zwei Stunden beim Bäcker warten, bis der nächste Bus zurück nach Aldenhoven fährt." Bürgermeister Harald Zillikens erklärte beim Infoabend, welche Aufgaben auf den Bürgerbus-Verein zukommen: "Zunächst muss ein Konzept gefunden werden, wie der Bus wirtschaftlich betrieben werden kann. Dann braucht so ein Verein mindestens 30 Fahrer, um den Betrieb sicherstellen zu können. Und dann muss eine Route geplant und ein verbindlicher Fahrplan erstellt werden." Der Verwaltungschef betonte, dass die Gemeinde nicht selbst einen Verein gründen, sondern lediglich Starthilfe leisten könne. Der Verein müsse nach seiner Gründung selbstständig arbeiten und auch Fördergeld beantragen. Der Bürgermeister stellte jedoch auch eine Anschub-Bürgschaft in Aussicht, sofern sich die Pläne des Vereins konkretisieren. Dafür müsse der Rat grünes Licht geben. "Es gibt viele Details, die geklärt werden müssen, wenn sich der Verein gegründet hat", sagte Zillikens.

Ob ein Bürgerbus für Jüchen wirtschaftlich betrieben werden kann, ist offen, weil es nur Vermutungen darüber gibt, wie groß der Bedarf bei den Bürgern tatsächlich ist. In Jüchens Nachbarkommune Korschenbroich ist der Bedarf von Jahr zu Jahr gestiegen - und der Bus längst eine Erfolgsgeschichte.

Quelle: NGZ
 
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