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Jüchen
Fraktions-Chef will nun Bürgermeister werden

Bürgermeisterwahl Jüchen - Hat Kandidat Holger Tesmann gute Chancen?
Holger Tesmann genießt den Garten, die Natur. "Jüchen ist der Ort, den ich gesucht habe", sagt er. Nun will er Bürgermeister dieses Ortes werden. FOTO: L. berns
Jüchen. Holger Tesmann (SPD) rechnet sich gute Chancen aus: Er baut dabei auch auf seine Erfahrungen im mittleren Firmen-Management. Von Carsten Sommerfeld

Seit elf Jahren ist er Ratsherr und Chef der SPD-Fraktion, nun hat er sich ein neues Ziel gesetzt: Holger Tesmann will hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Jüchen werden. Bei der Wahl am 13. September tritt der 74-Jährige gegen Amtsinhaber Harald Zillikens an. Nach elf Jahren im Rat ist Holger Tesmann mit der Kommunalpolitik bestens vertraut, "da ist die Bürgermeister-Kandidatur eine natürliche Konsequenz", sagt Tesmann.

Vor Herausforderungen und Aufgaben hat sich Holger Tesmann auch früher nicht gescheut. Noch gut kann er sich ans erste Chemie-Semester erinnern, damals lag ein 800 Seiten dickes Fachbuch auf seinem Tisch. "Man sagte mir, dass ich den Stoff darin in einem halben Jahr beherrschen müsse", erzählt Tesmann.

Er arbeitete sich durch, promovierte, wurde Chemiker bei Henkel. Längere Zeit arbeitete er für den Chemiekonzern in Japan, war Abteilungsdirektor. "Ich habe schon immer gerne Probleme gelöst", erklärt Tesmann, und: "Meine Erfahrungen im mittleren Unternehmens-Management kommen mir auch als Bürgermeister zugute."

Was muss ein hauptamtlicher Bürgermeister mitbringen? "Er muss die Führungsrolle übernehmen können, Ziele setzen, die Richtung vorgeben - und Entscheidungen treffen, zusammen mit dem Rat", erläutert der Bürgermeisterkandidat.

Früh - in der Zeit der 68er - kam Holger Tesmann zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nach einer Kundgebung zur Hochschul-Reform lernte er eine JusoGruppe kennen. Seit 47 Jahren hat er nun das Parteibuch, Tesmann ist Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Jüchen.

Zur Kommunalpolitik fand er dagegen erst recht spät. 2004 - bereits im beruflichen Ruhestand - zog er als "Neuling" in den Jüchener Gemeinderat, und wurde gleich als Fraktionschef gewählt. Er ist Vorsitzender des Planungsausschusses. Er hat sich intensiv in komplexe Themen von der Umgehungsstraßen-Planung bis hin zur Stadtentwicklung eingearbeitet, schreckt wie einst im Studium auch vor dicken Unterlagen nicht zurück. "Ich recherchiere gern."

"Sieben Punkte für Jüchen" hat der Kandidat für seinen Wahlkampf aufgestellt. Der wichtigste darunter: "Familienfreundlichkeit - eine familiengerechte Kommune", sagt der Vater von zwei Kindern und Großvater von vier Enkeln. "Jüchen braucht, um seine Bevölkerungsstruktur zu erhalten, den Zuzug jünger Familien", betont er. Da dürfe es keinen Konflikt mit Gewerbeansiedlungen geben, sagt Tesmann, der das geplante Container-Terminal bei Jüchen ablehnt. Auch andere seiner Themen haben mit Familien zu tun - von der Schaffung bezahlbaren Wohnraums in den Ortszentren bis hin zu der von ihm befürworteten Umwandlung der Sekundar- in eine Gesamtschule.

Vor 21 Jahren zog Holger Tesmann von Düsseldorf nach Garz-weiler. "Jüchen ist der Ort, den ich gesucht habe", sagt Holger Tesmann, der in Pommern geboren wurde und in Telgte aufwuchs. "Ich bin gern auf dem Land." Er genieße die Ruhe und die Natur, den Garten hinter dem Haus, in dem er mit seiner Lebensgefährtin lebt.

Gern hört er klassische Musik, geht er ins Theater. Entspannung, etwa nach Ratssitzungen, findet Holger Tesmann bei seinen Schachfreunden.

Quelle: NGZ
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