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Jüchen
CDU siegt klar - FDP hoch zufrieden - SPD enttäuscht

Jüchen: CDU siegt klar - FDP hoch zufrieden - SPD enttäuscht
Der Jüchener FDP-Landtagskandidat Simon Kell ging gestern Morgen zuerst in den Gottesdienst und dann im Wahllokal in Hochneukirch zur Urne. In den Landtag NRW schaffte er seinen Ersteinzug aber nicht. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Der FDP-Nachwuchskandidat Simon Kell holt fast 15 Prozent, Lutz Lienenkämper räumt 44,7 Prozent für die CDU ab. Von Gundhild Tillmanns

Jubel bei der CDU gestern Abend auch in Jüchen: Sie hatte zwar vor Ort ohnehin eine sichere Burg und kassierte bei der Landtagswahl 39,2 Prozent der Zweitstimmen. In großer Freude und Aufbruchstimmung verfolgte Bürgermeister Harald Zillikens (CDU) am Abend die Auszählung der Stimmen im Rathaus: Ein so deutliches Ergebnis zugunsten der Christdemokraten habe er nicht erwartet, gab Zillikens zu. Er verbinde "große Freude und Hoffnung" mit dem gestrigen Wahlergebnis, allzumal nun auch die für Jüchen so wichtigen Ministerien für Bildung, Inneres und Umwelt in der Landesregierung neu besetzt würden.

Der in Jüchen mit 44,7 Prozent wiedergewählte CDU-Landtagsabgeordnete Lutz Lienenkämper war am Samstag noch im Wahlkampfeinsatz in der Gemeinde gewesen. Auch er gab zu, mit einem so überraschend klaren Ergebnis nicht gerechnet zu haben. Die Wechselstimmung habe er aber deutlich in der Bevölkerung verspürt. Und, ähnlich wie in Jüchen, wo sich 67,3 Prozent an der Wahl beteiligt hatten, sei es der CDU im Land generell gelungen, das "eigene Lager wieder besser zu mobilisieren und an die Wahlurnen zu bringen", sagte Lienenkämper

Der Jüchener CDU-Chef Sebastian Heckhausen freute sich über "ein unfassbar gutes Ergebnis" gerade auch in seiner Heimatkommune für die CDU und sagte: "Wir haben mit Lutz Lienenkämper einen starken und guten Kandidaten gehabt." Ausgezahlt habe sich die gute Arbeit, die Lienenkämper bereits im Landtag geleistet habe. Heckhausen hofft nun darauf, dass die CDU wieder, wie früher, gemeinsam mit der FDP die Landesregierung stellt.

Als Newcomer war FDP-Kandidat Simon Kell aus Hochneukirch gestern nicht ganz der Durchstart in den Landtag gelungen. "Das wäre gegen Lutz Lienenkämper auch kaum möglich gewesen", gab Kell zu, der aber 15 Prozent "abräumte". Bei Kell herrschten Jubel und eine große Überraschung über sein gutes Wahlergebnis vor: Er holte in Hochneukirch III, wo er auch wohnt, sogar 19,4 Prozent der Erststimmen. Insgesamt kam er auf knapp 15 Prozent. Das motiviere ihn für die Zukunft und wohl auch, bei den nächsten Landtagswahlen erneut anzutreten, kündigte Kell an, der gestern noch zum Feiern nach Düsseldorf fuhr, wo er auch sein großes Vorbild Christian Lindner treffen wollte. Denn Kell gab unumwunden zu, dass er sich von Lindner auch eine Menge für seinen eigenen Wahlkampf, etwa mit Facebook-Videos, abgeschaut hatte. Bittere Enttäuschung herrschte indes bei der SPD in Jüchen, die nur 25,2 Prozent Zweitstimmen holte. Parteivorsitzender Joachim Drossert gab zu. "Ich bin enttäuscht, ich hatte mit einem anderen Ergebnis gerechnet." Der Wahlausgang sei eine große Schlappe für die Sozialdemokraten: "Das können wir uns nicht schön reden", sagte Drossert, der bis zur Schließung der Wahllokale zumindest noch mit einem knappen Vorsprung für die SPD gerechnet hatte. Gedämpfter Stimmung war gestern Abend auch SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Witting. Er habe in Jüchen eigentlich mit einem "etwas besseren Ergebnis für die SPD und auch Landesebene mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet", sagte er. Weit abgeschlagen sind die Grünen mit 4,1 und die Linken mit 3,2 Prozent in Jüchen. Die AfD erhielt jedoch 7,2 Prozent der Stimmen, wobei sich eine Hochburg dieser Rechtspopulisten in Hochneukirch herauskristallisierte.

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Quelle: NGZ
 
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