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Jüchen
Der Bäder-Streit ist auch Thema im Rat

Jüchen: Der Bäder-Streit ist auch Thema im Rat
Das Hallenbad an der Stadionstraße wird in Trägerschaft des TV Jüchen geführt und von der Gemeinde bezuschusst. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Die Debatte um Zuschüsse für das DLRG-Bad geht weiter. Die FWG kritisiert den Gemeindesportverbandsvorsitzenden. Von Gundhild Tillmanns

Gedanken über der Zukunft der Sportstätten und Sportvereine in Jüchen haben sich die Ratsfraktionen vor allem hinsichtlich möglicher Finanzmittel gemacht, die im nächsten Jahr ausgeschüttet werden sollen: Das wurde auch bei den Haushaltsreden in der jüngsten Ratssitzung deutlich, in denen es auch um das Reizthema Hallenbäder ging. Zur Erinnerung: Der TV Jüchen und die DLRG Hochneukirch haben jeweils ein Hallenbad von der Gemeinde in Trägerschaft übernommen und bekommen dafür auch Zuschüsse aus dem Gemeindeetat. Über die Höhe der Zuschüsse für die DLRG ist allerdings im Laufe des Jahres in den Fachausschüssen immer wieder kontrovers diskutiert worden.

FWG-Fraktionsvorsitzender Gerolf Hommel hat einen besonderen Vorschlag und erinnerte: "Statt Unsummen in unsere alten Bäder zu investieren, hatten wir schon 2008 gefordert, an der Grubenrandstraße ein neues und attraktives Bad zu bauen und hatten es RWE-Schwimm-Arena genannt. Das nicht ohne Grund. RWE steht in unserer Schuld und könnte hier einen wertvollen Beitrag leisten", meint der Kommunalpolitiker.

Hommel erinnerte daran, der Zuschuss an die DLRG sei nur nach zähem Ringen in seiner Fraktion mitgetragen worden. Dass die DLRG 40 Prozent ihrer Mitgliederbeiträge an ihre Dachorganisationen abführen müsse, sei eine Belastung der Vereinskasse, die kein anderer Verein habe. "Im Moment wäre es aber nicht hilfreich, wenn die DLRG das Bad nicht mehr betreuen würde, denn das würde uns das Zehnfache des Zuschusses kosten", meint Gerolf Hommel.

Über die Gemeindezuschüsse für das von der DLRG Hochneukirch betriebene Hallenbad an der Gartenstraße ist ein politischer Streit entbrannt. FOTO: Anja Tinter

SPD-Fraktionsvorsitzender Holger Witting forderte: "Langfristig muss ein attraktives Schwimmangebot in Jüchen erhalten bleiben. Vielleicht muss es auch erst noch geschaffen werden", fügte er kryptisch hinzu. Die Belastung müsse aber für den Steuerzahler geringer werden: "Es kann nicht sein, dass zwei Bäder jährlich mit sechsstelligen Beträgen zu Buche schlagen", meinte Witting. Schließlich kämen ja auch noch kostenintensive Instandsetzungsarbeiten hinzu. Er hoffe, dass die Bäderkommission der Gemeinde beide Ziele werde vereinen können.

Mit Sportplätzen befasste sich Ralf Cremers als Sprecher für die CDU unter anderem in seiner Haushaltsrede. Er beantragte, die Position von 100.000 Euro für eine neue Flutlichtanlage auf dem Jüchener Bolzplatz in den Haushalt 2018 einzustellen. Außerdem soll nach dem Willen der Christdemokraten der SV 09 Otzenrath für den von ihm gewünschten Rasen- oder Hybridrasenplatz einen Gemeindezuschuss von 30.000 Euro erhalten.

Zum Thema Sportstätten ließ Gerolf Hommel kritische Anmerkungen in Richtung des Gemeindesportverbandsvorsitzenden Heinz Kiefer in seine Haushaltsrede einfließen: Die Gemeinde Jüchen habe vor wenigen Jahren die Dreifachsporthalle in Gierath gebaut, obwohl die Finanzlage äußerst angespannt gewesen sei. "Und trotzdem gibt es vom Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes immer wieder Kritik und Forderungen", beklagt Hommel. Kiefer argumentiere, die Sportanlage würde von 1500 Sportlern benutzt und deshalb würden weitere Parkplätze benötigt. "Er will Sportler davor bewahren, 500 Meter zu Fuß zu gehen. Herr Kiefer vergisst aber, dass er noch 23.000 andere Mitbürger hat, die auch Ansprüche haben. Die FWG wird Ausgaben für weitere Parkplätze ablehnen", betonte der Fraktionsvorsitzende, der auch auf einen möglichen Interessenskonflikt für den Gemeindesportverbandsvorsitzenden hinwies.

Hommel sagte: "Womöglich hat Kiefer als Vorsitzender der Sportgemeinschaft Gierath und gleichzeitig des Gemeindesportverbandes einen Rollenkonflikt. Als GSV-Vorsitzender sollte er, statt Anwälte einzuschalten, mit der Verwaltung und der Politik nach Lösungen suchen, um Engpässe zu beheben", zielte Hommel auf den Streit der SG Gierath mit dem TV Jüchen über die Trainingszeiten in der Halle an der Stadionstraße ab.

Quelle: NGZ
 
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