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Jüchen
Der BSV Gierath setzt sich für den Erhalt des Jugendheims ein

Jüchen. Eigentlich sind die Pläne der Kirche, das Jugendheim in Gierath aufzugeben, schon lange bekannt. Doch jetzt rufen sie den Bürgerschützenberein (BSV) Gierath-Gubberath auf den Plan. Dessen Präsident Ralf Kriesemer sagt: "Wir brauchen einen Treffpunkt im Dorf. Ich kann die Finanznot der Pfarre verstehen, aber ohne das Jugendheim haben wir in Gierath-Gubberath keine Versammlungsstätte für viele örtliche Aktivitäten - und damit meine ich nicht nur die Schützen." Von Gundhild Tillmanns

Wie unserer Zeitung bereits im April 2016 berichtete, will die katholische Kirche ihr Grundstück am alten Jugendheim in Gierath vermarkten, um einen neuen Treffpunkt zu bauen. Dahinter stehen die Sparzwänge des Kirchlichen Immobilien Managements (KIM), wie Regionaldekan Ulrich Clancett bereits erläutert hat. So müssen die Katholiken in Jüchen 86.000 Euro sparen. Deshalb soll das in die Jahre gekommene Pfarrjugendheim in Gierath, das hohe Instandhaltungskosten verursacht, aufgegeben werden. Mit dem Verkaufserlös aus dem benachbarten Wiesengrund und mit einem Anbau an das bestehende Pfarrhaus in Kirchennähe soll dann ein neues Jugendheim geschaffen werden.

Doch es bedarf einer Änderung des Flächennutzungsplanes, um eine Baugenehmigung für den etwa 5000 Quadratmeter großen Wiesengrund auch rückwärtig von der Straße zu erwirken. Dagegen sperrt sich aber bislang die Politik. Wenn nur der Straßenrand bebaut würde, könnte die Kirchengemeinde sofort bauen (lassen). Denn die Kirche hat bereits einen potenziellen Investoren an der Hand, der schon Pläne für 16 Doppelhaushälften vorgelegt hat.

Der BSV Gierath-Gubberath sieht sich laut Kriesemer jetzt als Sprecher der Bürgerschaft in Gierath und biete an, die Trägerschaft für das Jugendheim zu übernehmen. Dazu näher befragt, ob der BSV dies auch finanziell stemmen könne, sagte Kriesemer: "Wir wollen in erster Linie Gesprächspartner und Ideengeber sein." Bei der jüngsten Sitzung des erweiterten BSV-Vorstandes hätten sich 45 Mitglieder einstimmig dafür ausgesprochen, dass sich der Verein des Jugendheimes annimmt. "Unsere Ortskerne bluten aus, wir brauchen solche Treffpunkte", sagt der BSV-Präsident, der sich eine mögliche BSV-Trägerschaft so vorstellt, wie es die Schützenbruderschaft Aldenhoven mit der Alten Schule praktiziert.

Der geplante Abriss des Jugendheimes in Gierath habe für erhebliche Unruhe bei den Bürgern, aber auch bei den Vereinen und Institutionen gesorgt, beobachtet Kriesemer und begründet damit das Angebot des BSV, sich der Pfarrgemeinde und der Gemeinde Jüchen gegenüber zum Sprecher der Gierather zu machen. Laut Kriesemer laufen in Gierath aktuell auch Unterschriftenaktionen gegen den Abriss des Jugendheimes. Es sei der Ruf nach einer aktiven Rolle des Schützenvereins laut geworden. "Wir können nur unsere Ideen in die Überlegungen einbringen, wenn man mit uns spricht," betont Kriesemer und fügt hinzu: "Wir wollen als BSV unsere Kinder- und Jugendarbeit in und für die Dörfer intensivieren." Deshalb müsse das Jugendheim bleiben.

Quelle: NGZ
 
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