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Jüchen
Der Königin neue Kleider

Jüchen: Der Königin neue Kleider
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Jüchen. Damit aus der Schützenkönigin die Schönste wird, bedarf es wochenlanger Vorbereitung und einiger Tricks. So auch beim BSHV Jüchen. Von Lisa Kreuzmann

In der ersten E-Mail, die Schützenkönigin Birgit Erke im vergangenen Jahr an ihre Nachfolgerin geschickt hat, ging es neben einem freundlichen Hallo um noch viel Wichtigeres: die Kleiderwahl. "Ich werde schwarz-weiß tragen", schreibt Birgit Erke. Schließlich wollen die beiden Königinnen zusammen ein schönes Bild abgeben. Wer also glaubt, ihre Erscheinung würden die Damen dem Zufall überlassen, irrt. Aus Damensicht ist das Schützenfest vor allem eines: eine perfekte Inszenierung.

Kern der Show: die Königin. "Jeder schaut natürlich vor allem auf die Schützenkönigin", sagen Birgit Erke und Heike Wirtz, auf die dieses Jahr alle Blicke fallen. Ganz besonders schön möchte Heike Wirtz deshalb am Festsonntag aussehen. "Das ist der wichtigste Tag." Welches Kleid sie dann tragen wird, möchte sie aber noch nicht verraten. Nur soviel: Es wird ganz anders.

Aber nicht nur die Kleider sind für die Königin entscheidend. Wenn die Robe erst einmal gefunden ist, gilt es, passenden Schmuck und Schuhe zu finden. "Meinen Mann habe ich zum Einkaufen lieber nicht mitgenommen", scherzt Heike Wirtz. Sie ist stattdessen mit zwei Freundinnen losgezogen, von denen sie weiß, "dass sie ehrlich sind". Denn Schützenkönigin zu sein, ist natürlich auch eine Stilfrage. "Man sollte kein Kleid tragen, in dem man sich nicht wohlfühlt", sagt auch Birgit Erke.

Vier verschiedene Kleider hat Heike Wirtz gekauft. Dafür war sie in Braut- und Schützenmodengeschäften in Erkelenz und Neuss. Auch in den Läden wird darauf geachtet, dass benachbarte Schützenköniginnen nicht etwa das gleiche Kleid tragen. Kostenpunkt: an die 1000 Euro pro Kleid. "Ich habe mir eine Obergrenze von 900 Euro pro Kleid gesetzt", sagt Heike Wirtz. Schließlich könnten auch noch Änderungen bevorstehen. Ein Familienurlaub am Mittelmeer würde die ganze Saison schon kosten, sagt das Schützenpaar Wirtz. Aber man mache das natürlich gerne. "Das erste Kleid, das ich anhatte, war furchtbar", erinnert sich Heike Wirtz. "Das hat einfach nicht zu mir gepasst." Nun ist sie froh, ihren Stil gefunden zu haben. Aber natürlich muss die Königin auch zu ihrem Schützen passen. "Mein Mann trägt eine blaue Uniform, auch das muss man natürlich beachten", sagt Heike Wirtz. Bis zu zwei Stunden dauert es, bis die König rundum gestylt die Bühne betreten kann. Besonders viel Zeit würden natürlich die Frisur und das passende Make-up in Anspruch nehmen. Der Schützenkönig sei viel schneller fertig. "Es ist toll, die Männer sind immer versorgt", sagt Heike Wirtz und schaut zu ihrem neunjährigen Sohn Henning. Und dann wäre da auch noch das am meisten gehütete Geheimnis der Frau im Mittelpunkt: die Unterwäsche. Auch diese gelte es selbstverständlich zu bedenken, sagt Birgit Erke. Genauso wie die Wahl, wann welches Kleid getragen würde. "Ich hatte für den Sonntag ein Kleid ausgesucht, das oben besonders schön ist", sagt Birgit Erke. Schließlich habe sie viele Stunden in der Kutsche verbracht. Diesem modischen Höhepunkt am letzten Maiwochenende fiebert Heike Wirtz noch entgegen.

Quelle: NGZ
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