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Jüchen
Der Mittelstand soll innovativer werden

Jüchen: Der Mittelstand soll innovativer werden
Das Gewerbe- und Industriegebiet Jüchen ist ein wichtiger Logistikstandort für regionale und überregionale Unternehmen. Langsam schließen sich auch die letzten Baulücken. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Unternehmer sollen in einer Reihe der Wirtschaftsförderung Jüchen lernen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Von Lisa Kreuzmann

Der Experte für Innovationsmanagement Matthias Nolden blickt in die Landwirtschaft: "Wenn der Bauer den ganzen Tag damit beschäftigt ist, die Kühe einzufangen, weil sein Zaun kaputt ist, und er deswegen keine Zeit hat, den Zaun zu reparieren, dann stimmt etwas nicht." Zwar ist der Jüchener Unternehmensberater kein Landwirt, und seine Kunden sind das auch nicht, aber die Aussage bleibt: Wer mit seinem Unternehmen international erfolgreich sein möchte, muss sich Zeit nehmen, die Grundpfeiler abzustecken. Hilfestellung sollen Jüchener Unternehmer ab heute in einer Vortragsreihe der Jüchener Wirtschaftsförderung zum Thema Innovationsmanagement bekommen.

Aber was genau macht einen Betrieb zu einem innovativen Unternehmen? Referent Nolden möchte aufklären und der regionalen Wirtschaft mehr Mut zusprechen. Die genaue Bedeutung des Prädikats 'innovativ' sei auch vielen Unternehmern und Gewerbetreibenden nicht klar. "Eine Innovation ist etwas Neues, das Nutzen stiftet", erklärt der Berater. "Wenn ich Messer und Gabel neu entwickele, ist das zwar eine Neuerung, aber noch lange keine Innovation." Um in einem wachsenden Wettbewerb mithalten zu können, müsse jedes Unternehmen seinen Kunden etwas ganz Eigenes anbieten, das Bedürfnisse wecke, um sich von Mitbewerbern abzuheben. "Genau das ist innovativ", sagt der 52-Jährige.

Doch dazu brauche es mutige Entscheider: "Die hoch innovativen Unternehmen wie Apple und Google haben eine höhere Fehlertoleranz", beobachtet der 52-Jährige. "Wer vorne mitspielen möchte, muss auch Misserfolge aushalten können." Er möchte damit insbesondere den regionalen Mittelstand ansprechen. Denn in Deutschland herrsche immer noch eine Sicherheits-Kultur. "Die Geschäftsführung muss hinter ihren Mitarbeitern stehen und sie ermutigen, Wagnisse einzugehen", sagt der Innovationsexperte. Dabei könnten natürlich auch Fehler passieren. "Auch Apple hat Produkte produziert, die gefloppt sind. Die Geschäftsführung muss mehr Mut haben zu akzeptieren, dass etwas scheitert", sagt Nolden. Das Wichtigste aber, seien die Mitarbeiter", betont er und verdeutlicht: "Innovationen entstehen nicht durch Maschinen."

Auf die Vortragsreihe sei der Referent sehr gespannt. "Ich kenne einige Jüchener Unternehmer", sagt Nolden, "Es werden aber auch hoffentlich viele neue Gesichter dabei sein." Der Berater wünscht sich einen regen Austausch, der über die geplanten vier Vorträge (heute sowie am 1. Juni, 7. September und 26. Oktober, jeweils ab 19 Uhr) hinaus gehen soll. Nolden sowie weitere Referenten werden darin etwa über Techniken für kreativeres Arbeiten, Inspirationen für neue Ideen sowie Vorteile im Wettbewerb sprechen Bürgermeister Harald Zillikens erhofft sich dadurch, Jüchen als Wirtschaftsstandort langfristig stärken zu können.

Quelle: NGZ
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