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Jüchen
Die Spezialistin für alles, was am Schloss blüht

Jüchen: Die Spezialistin für alles, was am Schloss blüht
Sie hält die Gärten am Dycker Wasserschloss in Schuss: Carolin Weenen (21) ist mit Leidenschaft im Grünen unterwegs. FOTO: lothar berns
Jüchen. Die Staudengärtnerin Carolin Weenen beweist jeden Tag einen grünen Daumen. Mit der Arbeit am Wasserschloss erfüllt sie sich einen Traum. Von Christian Kandzorra

Carolin Weenen war schon immer gerne draußen unterwegs. Bereits als Kind stand für sie fest: "Ich möchte einmal mit Pflanzen arbeiten." Den Berufswunsch hat sich die 21-Jährige vor zweieinhalb Jahren mit dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Staudengärtnerin erfüllt. Seitdem hält sie gemeinsam mit fünf Kollegen und zahlreichen Aushilfskräften die gestalteten Teile des 75 Hektar großen Areals um Schloss Dyck in Schuss. "Im Sommer haben wir natürlich viel zu tun - auch mit Blick auf bevorstehende Veranstaltungen wie die Classic Days", sagt Carolin Weenen. "Schließlich soll dann alles so schön aussehen, dass sich die Besucher daran erfreuen können."

Für den Wow-Effekt schwärmen die Gärtner bereits morgens um 7 Uhr von der alten Schreinerei aus, zu ihren Einsatzstellen auf dem riesigen Gelände - mit Spaten, Mähwerkzeug und anderen Utensilien ausgerüstet. "Auf dem Plan steht vor allem die Pflege der Beete. Die Pflanzen müssen gegossen und geschnitten werden, und das Unkraut muss weg", sagt die Staudengärtnerin, die diese Arbeiten bei Wind und Wetter ausführt, acht Stunden am Tag. Besonders gerne ist Carolin Weenen auf der Orangerie-Halbinsel, wo aktuell Pflanzen wie Sonnenhüte, Tag- und Schmucklilien sowie Dahlien in voller Blüte stehen.

Die Farbpracht zieht über das ganze Jahr verteilt durchschnittlich 230.000 Besucher ans Schloss. Damit sind die vielen Gärten auch ein wichtiges Aushängeschild. "Das gepflegte Erscheinungsbild der Anlagen ist daher einer unserer größten Ansprüche", sagt die Mönchengladbacherin, die keine Probleme hat, auch mal mit schwerem Gerät anzurücken: zum Beispiel mit Rasenmäher-Treckern. Sie hilft immer dann, wenn's ums Grün geht - auch dann, wenn bestimmte Pflanzenarten bei Einbruch des ersten Frostes im Herbst winterfest gemacht werden müssen.

Was sie an ihrem Beruf so reizt? "Er ist sehr abwechslungsreich. Und man sieht nach einer gewissen Zeit das Ergebnis seiner Arbeit", erzählt Carolin Weenen. Natürlich gebe es auch Arbeiten, die sich wiederholen. "Jedes Jahr stehen aber auch neue Projekte an", ergänzt Elke Claßen von der Schloss-Stiftung. Die sorgten für neue Herausforderungen. Ein Beispiel: Im Frühjahr wurden von den Schloss-Gärtnern und einigen Helfern auf der Südseite des historischen Gebäudes knapp 150.000 Tulpenzwiebeln von Hand eingepflanzt. "Wir standen teilweise knietief mit Stiefeln im Schlamm. Aber es hat Spaß gemacht", erinnert sich die Staudengärtnerin an die eine Woche harte Arbeit, die später für eine herrliche Farbpracht am Wasserschloss gesorgt hat.

Auch wenn sich ihr Beruf offiziell Staudengärtnerin nennt, beschränkt sich Weenen nicht auf Stauden: Sie packt überall mit an. Dadurch ist sie auch in den Gartenanlagen aktiv, in denen derzeit Rote Beete, Kohlrabi, Fenchel, Tomaten und Gurken für das Restaurant "Botanica" angebaut werden.

Quelle: NGZ
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