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Rettung von Katzen, Hunden und Co.
Die Tierflüsterer der Feuerwehr Jüchen

Die Tierflüsterer der Feuerwehr Jüchen
In Bedburdyck rettete die Feuerwehr Jüchen im April 2015 einen kleinen Fuchs, der verletzt auf der Landstraße 71 lag und von einem Autofahrer in den Straßengraben gelegt worden war. FOTO: Dieter Staniek
Jüchen. Die Einsätze zur Rettung von Tieren nehmen bei der Feuerwehr Jüchen zu. Katzen, Hunden, Pferden, einem Fuchs, zwei Schlangen, einer vermeintlichen Vogelspinne, Enten und einem Fischreiher haben die Feuerwehrleute schon geholfen. Von Gundhild Tillmanns

Bei der Feuerwehr Jüchen gibt es Tierflüsterer, aktive Einsatzkräfte, die bei den Tierrettungen ein besonderes Händchen für den Umgang mit der Kreatur entwickelt haben: Das stellt Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels ebenso fest wie eine deutliche Zunahme von Tierrettungen. Der Grund sei wohl eine vermehrte Sensibilisierung für den Tierschutz in der Bevölkerung, meint Abels: "Vor zehn Jahren waren Tierrettungen bei der Feuerwehr noch so gut wie kein Thema", blickt er zurück.

Doch in der jüngsten Vergangenheit schossen die Zahlen in die Höhe: 2013 mussten zehn, 2014 nur acht Tiere von der Feuerwehr Jüchen gerettet werden; 2015 waren es 16 – und in diesem Jahr sind es bereits 18, wie Abels bilanziert. Dabei trifft die Feuerwehr Jüchen auf eine große "zoologische" Vielfalt: Nicht nur Katzen, Hunden und Pferden, auch einem kleinen Fuchs, Enten, Gänsen, einem Fischreiher und zwei Schlangen und vor allem auch deren Besitzern halfen die Feuerwehrleute.

Kleiner Fuchs auf der L71

Einmal rief auch ein Jüchener Bürger die Feuerwehr, er habe eine gefährliche, giftige Vogelspinne in seiner Wohnung: "Aber als wir am Einsatzort antrafen, stellten wir fest, dass es sich nur um eine ganz normale Hausspinne handelte", berichtet der Feuerwehrchef und weist ausdrücklich darauf hin: "Nur wenn kein Tiereigentümer zu ermitteln ist, zahlt die Allgemeinheit für solche Einsätze." Die "Giftschlange", die sich als harmlose Kornnatter entpuppte, oder der klassische Fall der Katze, die angeblich nicht mehr alleine vom Baum herunterkommt, nennt Abels als Beispiele, bei denen die Tierbesitzer die Kosten der Rettung selbst übernehmen müssen.

Und bei Wespen-, Bienen- oder Hornissennestern kommt die Feuerwehr nur bei einer akuten Gefährdungslage, ansonsten sind ein Schädlingsbekämpfer bei Wespen und ein Imker für die schützenswerten Bienen und Hornissen zuständig. Anders war es, als ein kleiner verletzter Fuchs im vergangenen Jahr in Bedburdyck von der L71 gerettet werden musste, oder als im April diesen Jahres ein Fischreiher in einem Teichnetz, oder im Mai eine Gans in einem Zaun festhing.

"Unser Ziel ist es, mittelfristig auf 200 Aktive zu kommen"

Die wie auch immer gearteten Tierrettungen binden immer Kraft und kosten Zeit, allzumal die Tagesverfügbarkeit für jede Freiwillige Feuerwehr stets ein "heißes Eisen" darstellt. Das weiß Abels, der aber auf ein funktionierendes Modell à la Jüchen verweisen kann: "Von den 170 Aktiven unserer Feuerwehr sind 17 Kollegen beim Baubetriebshof und an anderer Stelle in der Gemeindeverwaltung beschäftigt, die deshalb auch für Tageseinsätze immer sofort mit ausrücken können." Die übrigen Aktiven arbeiteten zu einem großen Teil außerhalb Jüchens, es gebe aber auch etliche Landwirte und Schichtarbeiter, die bei bei Tageseinsätzen schnellstmöglich vor Ort sein könnten.

"Unser Ziel ist es, mittelfristig auf 200 Aktive zu kommen", betont der Feuerwehrchef. Einen wichtigen Part fürs Wachstum nehme die Jugendfeuerwehr ein, die durchschnittlich acht bis zehn Mitglieder pro Jahr in die aktive Wehr weiterleite, freut sich Heinz-Dieter Abels, der übrigens auch auf eine beachtlichen Frauenanteil von zehn weiblichen Aktiven verweisen kann. Die Altersstruktur sei bei allen Aktiven gut durchmischt, von 18 bis zu 60 Jahren.

Quelle: NGZ
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