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Jüchen
Diskussion um fünfte Klasse fürs Gymnasium

Jüchen: Diskussion um fünfte Klasse fürs Gymnasium
FOTO: Gundhild Tillmann
Jüchen. Das Gymnasium musste 20 Kinder ablehnen. Im Ausschuss wurde heftig debattiert. Von Carsten Sommerfeld

Hoch schlugen die Wogen im Schulausschuss. Die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen, bei denen das Gymnasium Schüler ablehnen musste, waren Anlass für eine rund einstündige Diskussion, an denen sich neben Politikern und Schulvertretern auch Eltern unter dem Tagesordnungspunkt Einwohner-Fragen beteiligten. Trotz der großen Nachfrage wird es am Gymnasium keine zusätzliche fünfte Klasse, die die Schulleiterin vorschlägt, geben.

Das Problem: Die Nachfrage am Gymnasium war mit 142 Anmeldewünschen deutlich höher als die zur Verfügung stehenden 120 Plätze, im Losverfahren wurden rund 20 Kinder abgelehnt. Für Familien kann das mit Härten verbunden sein: "Mein Sohn möchte aufs Gymnasium. Wir wohnen an der Stadion-straße, ganz nah an der Schule, aber mein Sohn hat am Gymnasium Jüchen keinen Platz erhalten", erzählt ein alleinstehender Vater. In Nachbarstädten habe er bislang keinen Platz gefunden. "Die Anmeldungen sind doch bereits gelaufen", erklärte der Vater. Zudem bedeute ein Schulweg in eine andere Kommune "eine weitere Belastung".

Platz an einer weiterführenden Schule in Jüchen wäre vorhanden - aber eben nicht am Gymnasium. Die vierzügige Gesamtschule hatte zunächst nur 70 Anmeldewünsche. "Mittlerweile liegen 85 Anmeldungen vor, die Tendenz geht hin zu 100", erklärte Bürgermeister Harald Zillikens. Damit wären vier Einstiegsklassen gesichert.

Bleibt die Frage, wo die abgewiesenen Kinder lernen, bei der Schulwahl gilt der Elternwille. "Warum richten wir am Gymnasium nicht für ein Jahr eine fünfte Einstiegsklase ein?", warb Monika Thouet, Leiterin des Gymnasiums Jüchen, für eine Lösung. "Das dürfen wir nicht", betonte Schulamtsleiterin Carola Schellhorn. Basis für die Gesamt-Zahl der Züge an weiterführenden Schulen sei die Zahl der Jüchener Viertklässler - jedes Jahr rund 200. Dafür reichten sieben Züge. Da die Gesamtschule mindestens vierzügig sein müsse, blieben fürs Gymnasium drei Züge. Eine vierte Einstiegsklasse wird geduldet. Für diese Zahlen würden auch Finanzmittel berechnet.

Das heißt: Eine fünfte Klasse kommt nicht, die Eltern der abgewiesenen Kinder müssen, soweit sie noch nicht fündig geworden sind, weiter suchen. "Ich verstehe ihre Situation, aber wir müssen die gesamte Schulplanung im Blick haben und können leider nicht Interessen aller berücksichtigen", sagte Norbert Esser (CDU) zum Vater.

Doch für die Zukunft denkt die Politik an Änderungen. Am Gymnasium wurden nämlich mehr als 30 Kinder aus anderen Kommunen angemeldet. "Wir sollten überlegen, die Auswahlkriterien zu ändern. Ich möchte nicht noch einmal einem Vater ins Gesicht schauen müssen, der an der Stadionstraße wohnt und für sein Kind keinen Platz am Gymnasium Jüchen bekommt", erklärte Thomas Dederichs (Grüne). Auch Konrad Thelen (FDP) regte an, darüber nachzudenken, bei zu großer Nachfrage Kinder von außerhalb nicht aufzunehmen.

Quelle: NGZ
 
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