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Jüchen
Ein Pakt für Kinder- und Jugendschutz

Jüchen: Ein Pakt für Kinder- und Jugendschutz
Schulterschluss für den Schutz von Kindern: Reinhard Giese (Jugendamt), Ralf Kriesemer (BSV), Marion Klein (Jugendamt), Norbert Körfer (BSV). FOTO: A. Tinter
Jüchen. Der BSV Gierath-Gubberath und das Kreisjugendamt haben eine Vereinbarung zum Kinder- und Jugendschutz unterzeichnet. Es ist in Jüchen die erste Vereinbarung dieser Art auf freiwilliger Basis, Nachahmer sind willkommen. Von Carsten Sommerfeld

40 Edelknaben ab sechs Jahren und Jungschützen marschieren im August beim Schützenfest in Gierath-Gubberath mit. Gestern unterzeichneten Präsident Ralf Kriesemer und General Norbert Körfer vom Bürgerschützenverein Gierath-Gubberath eine Vereinbarung mit dem Kreisjugendamt zum Kinder- und Jugendschutz. Das Besondere: Der BSV ist der erste Verein in Jüchen, der eine solche Vereinbarung abschließt, obwohl er dazu nicht verpflichtet ist. Kriesemer will damit Signale für den Kinderschutz über den BSV hinaus setzen. Das Jugendamt würde gern mit weiteren Vereinen solche Vereinbarungen treffen.

Ein ernstes Thema: Alle anerkannten Träger der Kinder- und Jugendhilfe sind gesetzlich verpflichtet, nach bestem Wissen dafür Sorge zu tragen, dass die Kinder nicht von Menschen betreut werden, die etwa wegen Kindesmissbrauch vorbestraft werden. Alle in der Jugendarbeit aktiven Ehrenamtler müssen dafür ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. "In Jüchen haben wir dafür Vereinbarungen für alle betroffenen Vereine und Organisationen getroffen, von der Feuerwehr bis hin zu kirchlichen Trägern", sagt Reinhard Giese vom Jugendamt.

Der BSV mit 418 Schützen gehört zwar nicht zu diesem Kreis, dennoch macht er auf freiwilliger Basis mit. "Wir wollen zeigen, dass wir auf den Schutz der Kinder, die Familien uns anvertrauen, größten Wert legen", betont Präsident Kriesemer. "Wir möchten aber noch mehr: Wir wollen die Aufmerksamkeit für den Kinder- und Jugendschutz wach halten, für das Thema sensibilisieren", so Kriesemer. "Die Schützen sind eine wichtige Säule des gesellschaftlichen Lebens, mit ihrer Bereitschaft machen sie Werbung für den Kinderschutz", sagt Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein.

Der Bürgerschützenverein will seine Jugendarbeit weiter verstärken, die Kooperation mit Schule und Kindergarten ausbauen. "Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unseres und anderer Vereine", sagt Kriesemer. Erstmals wird beim Schützenfest am 22. August ein Kinderschützenpaar gekrönt, das aus den Reihen der Lindenschule (Standort Gierath) stammt. Zudem wurde das Jugendarbeitsteam um einen vierten Betreuer erweitert.

Für die gestern unterzeichnete Vereinbarung ist es mit erweiterten Führungszeugnissen keineswegs getan. Der BSV verpflichtet sich, dem Wohl der Kinder besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Zwei Betreuer wurden bereits in Kooperation mit dem Jugendamt geschult. Dabei werden Tipps vermittelt, wie man sich als Betreuer richtig verhält - etwa bei Ferienfahrten. "Mädchenzimmer etwa sollte ein Mann in Begleitung einer erwachsenen Betreuerin betreten", nennt Giese ein Beispiel. Zudem sollen die Betreuer zum Thema Kinderschutz sensibilisiert werden. "Etwa wenn ein Kind plötzlich nicht mehr zur Gruppenstunde erscheint oder sich über längere Zeit sich merkwürdig verhält, sollte man nachfragen und bei Verdacht sich an das Jugendamt oder an die Ambulanz für Kinderschutz in Neuss wenden", sagt Reinhard Giese.

Quelle: NGZ
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