| 00.00 Uhr

Jüchen
Ein starkes Zeichen zum Volkstrauertag

Jüchen: Ein starkes Zeichen zum Volkstrauertag
Bürgerschützen-Präsident Ralf Kriesemer (l.) und Schützenkönig Ludger Schroeder haben eine Gedenkplakette enthüllt, die an den mutigen Einsatz von Pastor Walter Schönheit zum Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Anlässlich des Volkstrauertags erinnerte Ralf Kriesemer, Präsident der Bürgerschützen in Gierath-Gubberath, an die Verdienste von Pastor Walter Schönheit. Eine Gedenkplakette erinnert jetzt neben dem Kriegerdenkmal an ihn. Von Karin Verhoeven

Die eindrucksvolle Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Vorfeld der Generalversammlung des Bürgerschützenvereins Gierath-Gubberath stand am Samstagabend in vielfacher Hinsicht unter ganz besonderen Vorzeichen. Im flackernden Schein der Fackeln am Kriegerdenkmal nahm Präsident Ralf Kriesemer vor seinem vollständig angetretenen Regiment sowie den Zuschauern aus dem Ort Stellung zu den schrecklichen Ereignissen vom 13. November in Paris. Kriesemer stellte klar: "Terror ist menschenverachtend und er schockiert die ganze Welt. Terror hat keine Nation und auch keine Religion. Wir leben und lieben Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Diese Grundwerte lassen wir uns nicht von Terroristen zerbomben."

Der Präsident legte im Gedenken an die etwa 130 Opfer stellvertretend für Bürger und Schützenfamilie eine weiße Rose auf dem Ehrenmal nieder und sagte: "Lasst uns zusammen ein starkes Zeichen des Zusammenhalts gegen den Terror geben." Doch da gab es ein weiteres ganz wichtiges Thema für den Bürgerschützenverein im 950. Jahr des Bestehens von Gierath und 70 Jahre nach Kriegsende. Kriesemer sagte: "Bevor wir mit dem Festakt zum Volkstrauertag beginnen, möchte der Bürgerschützenverein noch eine Person ehren: Pastor Walter Schönheit hat am Tag seines 60. Geburtstags am 27. Februar 1945 durch sein beherztes Handeln für Gierath, Gubberath und umliegende Orte viel Leid und Tod verhindert." Der Präsident zitierte die Festschrift zum 75. Vereinsjubiläum, in dem Franz Willi Förster diesen Tag beschreibt und für die Nachwelt festgehalten hat, wie die deutschen Soldaten bemüht waren, in Kapellen eine neue Verteidigungsfront aufzubauen und die Panzer der Amerikaner derweil aus zwei Richtungen auf die Dörfer zurollten. Es gab Einschläge mit etlichen Schwerverletzten. Kriesemer: "In dieser Situation kam der damalige Pastor Walter Schönheit von Bedburdyck mit einer weißen Fahne durchs Granatfeuer und ging den Amerikanern entgegen." Der Gottesmann verbürgte, dass keine Soldaten mehr in den Ortschaften wären - und die Amerikaner stellten den Beschuss ein. Kriesemer zitierte auch die Chronik der evangelischen Schule zu Gierath, in der Lehrer Lehnhof über diesen Tag schrieb: "Der Mut des Priesters hat wohl auch die Amerikaner beeindruckt. Was wäre nur ohne den mutigen Pastor Schönheit aus unseren Orten geworden?" Am 17. April 1959 hatte der damalige Rat von Bedburdyck beschlossen, eine Straße nach Walter Schönheit zu benennen.

Jetzt gab es Gänsehaut pur, als Bürgerschützen-Präsident Ralf Kriesemer und Schützenkönig Ludger Schroeder 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nun eine Gedenkplakette für den mutigen Priester neben dem Kriegerdenkmal enthüllten. Bürgerschützen-Präsident Ralf Kriesemer sagte: "Wir gedenken heute nicht nur der Toten, sondern auch derer, die noch mehr unsinniges Sterben verhindert haben."

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Jüchen: Ein starkes Zeichen zum Volkstrauertag


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.