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Jüchen
Einzelhandelskonzept wird aktualisiert

Jüchen: Einzelhandelskonzept wird aktualisiert
Bereits im Jahr 2012 hatte die Gemeinde ein Einzelhandelskonzept in Auftrag gegeben - hier ein Geschäft in Jüchen. Nun soll das Konzept aktualisiert werden. FOTO: L. Berns
Jüchen. Im Jüchener Zentrum sollen zwei Läden zu einem Geschäft fusionieren, in Hochneukirch will ein Discounter wachsen. Damit diese Vorhaben möglich werden, muss die Gemeinde das Einzelhandelskonzept aktualisieren. Von Daniela Buschkamp

Die Gemeinde Jüchen will ihr Einzelhandelskonzept aktualisieren. Dazu gab gestern Abend der Gemeinderat seine Zustimmung, nachdem bereits am Montag die Mitglieder des Planungsausschusses eine positive Empfehlung abgegeben hatten. Warum dieses Papier für die Entwicklung von Jüchen wichtig ist: Zum einen schafft es einen rechtssicheren Rahmen für die Ansiedlung von neuen Händlern und Dienstleistern, zum anderen ermöglicht es zwei Projekte; für eines im Jüchener Zentrum gibt es bereits konkrete Pläne.

Das Einzelhandelskonzept legt fest, wo im Gemeindegebiet welche Händler ansiedeln dürfen. Neben dem Sortiment ist auch die Größe des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Im Jahr 2012 hatte die Verwaltung erstmals ein solches Konzept in Auftrag gegeben. Dazu war zunächst eine Bestandsanalyse erfolgt, ehe Siedlungsschwerpunkte und Sortimentslisten (mit zentrenrelevantem und nicht-zentrenrelevantem Angebot) festgelegt wurden. Wie es jetzt mit dem Konzept weitergeht: Nachdem die Politik ihre "Okay" gegeben hat, wird es ausgelegt, und die Träger öffentlicher belange und Behörden können ihre Stellungnahmen abgeben. Erst danach können Fachausschuss und Rat das Einzelhandelskonzept endgültig beschließen.

Beispiel Odenkirchener Straße: Der Betreiber des "Centershops" und von "Bau und Hobby" will beide Läden zusammenlegen. Ein Problem erläutert Planer Thorben Döring: "In beiden Läden gibt es zentren-relevante und nicht-zentrenrelevante Angebote." Ein klassisches Hauptsortiment ist nicht auszumachen, deshalb kann der Betrieb keiner Gruppe zugeordnet werden. Damit kann auch weder Planungs- noch Baurecht angewendet werden. Zu den Lösungsmöglichkeiten gehören: Die gesamte Verkaufsfläche wird auf 800 Quadratmeter begrenzt oder das zentrenrelevante Sortiment wird auf eine Fläche von 500 Quadratmetern begrenzt. "Damit würde die Gefahr für den zentralen Versorgungsbereich im Ortszentrum Jüchen minimiert", so Döring.

Beispiel Hochneukirch: Das Fachmarktzentrum am Nordring (vormals Penny und Schlecker) steht - bis auf einen Getränkehändler - leer. Die Frage für die Gutachter: "Lässt sich dort auch ein Lebensmittelvollsortimenter ansiedeln?" Nach Einschätzung der Gutachter besteht dieses Möglichkeit, da der Nordring als Nahversorgungsstandort für die mehr als 7500 Menschen gesehen wird, die nicht nur in Hochneukirch, sondern auch in Otzenrath/Spenrath, Holz und Hackhausen leben.

Außerdem wollten Lebensmitteldiscounter in Hochneukirch ihre aktuellen Verkaufsflächen erweitern. Der Verwaltung drohte ein Gerichtsverfahren, da das geltende Handelsgutachten diese Möglichkeit ausschloss, zugleich aber nicht auf dem aktuellen Stand war. Nach Einschätzung der Planer ist eine "angemessene Erweiterung" möglich. Mit Blick auf die bestehenden Verkaufsflächenumfänge am Standort müsse der Investor aber nachweisen, dass es für das Erweiterungsverfahren eine "verträgliche und tragfähige Verkaufsflächendimensionierung" gibt.

Quelle: NGZ
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