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Jüchen
Flüchtlinge: CDU will Diskussion beruhigen

Jüchen: Flüchtlinge: CDU will Diskussion beruhigen
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Jüchen. CDU und Bürgermeister informieren Bürger in zwei Versammlungen. Hintergrund ist auch der Widerstand gegen Flüchtlinge in Bedburdyck. Von Gundhild Tillmanns

In Bedburdyck kursieren Flugblätter gegen das geplante Sechs-Familien-Haus für Flüchtlinge auf der Obstwiese am Wohngebiet am Lindenhof II. Viele andere, nicht nur aus Bedburdyck, wehren sich aber gegen eine solche Stimmungsmache. Sie tun dies im Stillen, indem sie Flüchtlinge als ihre Nachbarn willkommen heißen und ihnen bei ihrem schwierigen Start in der neuen Heimat helfen. Der CDU-Gemeindeverband Jüchen und Bürgermeister Harald Zillikens laden zu öffentlichen Bürgerversammlungen ein, um der negativen Stimmung sachliche Argumente entgegenzuhalten.

Den Auftakt macht die CDU mit ihrer offenen Mitgliederversammlung am Samstag, 9. April, ab 11 Uhr, in Haus Katz. CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Karl-Heinz Ehms hat dazu den CDU-Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Zillikens eingeladen, die Flüchtlingssituation aus ihren jeweiligen Wirkungskreisen sachlich zu beleuchten.

Im Wohngebiet Lindenhof II in Bedburdyck wehren sich Bürger gegen ein geplantes Flüchtlingshaus auf der Obstwiese. FOTO: Lber

Die Absicht zu einer flüchtlingsthematischen Bürgerversammlung habe er bereits gehabt, bevor der Widerstand gegen Flüchtlinge aus Bedburdyck laut geworden sei, sagte Ehms im Gespräch mit unserer Redaktion. Durch die Vorkommnisse in Bedburdyck gewinne die Notwendigkeit der Bürgerinformation nun aber an zusätzlicher Brisanz, betont der CDU-Vorsitzende.

"Ich war selbst in der Findungskommission. Wir haben 28 Grundstücke im gesamten Gemeindegebiet auf Verträglichkeit geprüft. In Bedburdyck soll, mit der Betonung auf eventuell, ein Haus für lediglich sechs Familien gebaut werden. Ich wohne in Hochneukirch gegenüber eines Hauses mit 20 Flüchtlingsfamilien. Und da gibt es keinerlei Probleme", betont Karl-Heinz Ehms.

Und er verteidigt den geplanten Standort in Bedburdyck sowie das Integrationskonzept der Gemeinde: "Wir haben es uns nicht einfach gemacht mit dem Standort. Es wurde in diesem Fall aber alles untersucht und auf Verträglichkeit in jeder Hinsicht begutachtet", sagt er zu dem Areal auf einem kleinen Teil der bisherigen Obstwiese. Außerdem verfolge die Gemeinde Jüchen auch weiterhin ihre erfolgreiche Integrationspolitik, Flüchtlinge möglichst schnell mit Wohnraum zu versorgen, betont Ehms und appelliert: "Was wir in Hochneukirch mit Deutschrussen, Türken und Tamilen geschafft haben, wo sogar Freundeskreise entstanden sind, sollte uns doch hoffentlich auch in anderen Ortsteilen der Gemeinde gelingen."

Damit spricht er auch dem Bürgermeister aus der Seele. Denn Harald Zillikens lädt im Abstand von nur drei Monaten erneut zu einer Bürgerinformation zur aktuellen Flüchtlingssituation ein. Die findet am Mittwoch, 20. April, ab 19 Uhr, in Haus Katz, auch vor dem Hintergrund statt, dass die Landes-Notunterkunft an der Odenkirchener Straße aufgegeben worden ist. Die Zahl der dauerhaft zugewiesenen Flüchtlinge nimmt seither in der Gemeinde wieder zu. Denn zeitweilig wurden die 150 Plätze der Landesunterkunft auf das Aufnahmekontingent angerechnet. Zillikens möchte den Flüchtlingen eine Perspektive zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und damit zur Integration eröffnen, lädt er zum Mittun ein.

Quelle: NGZ
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