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Jüchen
Flüchtlingshaus auf anderer Wiese geplant

Jüchen: Flüchtlingshaus auf anderer Wiese geplant
Dieses Grundstück an der Ecke Grevenbroicher Straße/Am Acker soll nun für ein Wohnhaus für sechs Flüchtlingsfamilien vorgehalten werden. FOTO: L. Berns
Jüchen. Das geplante Wohnhaus für Flüchtlingsfamilien soll nun südlich, statt bisher nördlich der beschwerdeführenden Anlieger gebaut werden. Von Gundhild Tillmanns

Mit großem Aufgebot verfolgten Bürger aus Bedburdyck die Sitzung des Planungsausschusses am Donnerstagabend. Denn es ging erneut um ein von der Gemeinde geplantes Wohnhaus für sechs Flüchtlingsfamilien. Das Flüchtlingshaus soll nun an anderer Stelle in Bedburdyck gebaut werden: an der Einfahrt von der Grevenbroicher Straße in die Straße Am Acker. Die Parzelle, die der Gemeinde gehört, ist derzeit noch eine Obstbaumwiese, die von zwei Seiten von den Straßen, an einer Seite von einem Acker sowie von der Kopfseite von Wohnbebauung begrenzt wird. Für die Obstbäume sollen Ersatzpflanzungen erfolgen.

Vehement hatten sich Anlieger der zunächst für das Flüchtlingshaus vorgesehenen Obstbaumwiese nördlich der jetzigen Parzelle gegen dieses Vorhaben der Gemeinde gewehrt. Wie berichtet, hatten sie argumentiert, sie hätten nichts gegen Flüchtlinge, wollten aber die Natur bzw. die Obstbäume erhalten. Ein weiteres Argument war die Befürchtung der Eigenheimbesitzer, dass durch die Nachbarschaft mit Flüchtlingen eine Wertminderung ihrer Immobilien eintreten könne.

Der Planungsausschuss votierte nun einstimmig dafür, den ursprünglichen Aufstellungsbeschluss vom 10. März für die Bebauungsplanänderung für die nördliche Obstbaumwiese aufzuheben. Stattdessen soll nun der Gemeinderat auf Empfehlung des Planungsausschusses am 6. Oktober die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass die südlich gelegene Obstbaumwiese an der Kreisstraße 25/Grevenbroicher Straße mit einem Flüchtlingshaus bebaut werden kann.

Im Mai diskutierten Bürgermeister Harald Zillikens und CDU-Ortsverbandsvorsitzender Stefan Heckhausen mit Anliegern der Obstbaumwiese in Bedburdyck. FOTO: salz

Ihren "Sinneswandel" begründet die Verwaltung mit einer zwischenzeitlich durchgeführten Schallimmissionsprognose. Auf der Basis aktueller Verkehrszählungen seien verschiedene Standorte nördlich und südlich der Straße Auf dem Acker hinsichtlich der Geräuschimmissionen durch den Fahrzeugverkehr auf der Grevenbroich Straße (K 25) untersucht worden. Das Resultat: "Die Schallimmissionsprognose kommt zu dem Ergebnis, dass sich bei einer Einstufung als Allgemeines Wohngebiet die untersuchte Variante südlich der Straße Auf dem Acker als günstigste Variante darstellt", schreibt die Verwaltung. Und Bürgermeister Harald Zillikens fügte im Ausschuss hinzu: "Bei dieser Variante können wir uns auch eine Schallschutzmauer sparen, die wir bei dem nördlichen Grundstück hätten bauen müssen."

Nach der Sitzung sprach Zillikens noch mit den Anwohnern aus Bedburdyck. Er sagte dazu: "Die Bürger waren sehr zufrieden, weil wir ihre Anregung aufgegriffen und auch die Fläche südlich der Straße untersucht haben. "

Quelle: NGZ
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