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Jüchen
Flüchtlingskinder lernen Schwimmen

Jüchen: Flüchtlingskinder lernen Schwimmen
Die Kinder sollen im Schulsport mithalten können. Die Verständigung mit den Sechs- bis Zwölfjährigen soll erstaunlich gut funktionieren. FOTO: d. elke
Jüchen. In den Hallenbädern der Gemeinde können die Kinder in den Ferien das "Seepferdchen" machen. Finanziert werden die Kurse in Jüchen und Hochneukirch aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Der Sport soll bei der Integration helfen. Von Christian Kandzorra

Viele von ihnen haben zuvor noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen: Für die Flüchtlingskinder, die jetzt in den Hallenbädern in Jüchen und Hochneukirch das Schwimmen lernen, ist die Teilnahme an den Lernkursen daher etwas ganz Besonderes - und eine große Chance, künftig auch beim Schulsport mithalten zu können. "Der Sport ist eine wichtige Brücke für die Integration der Kinder in die Gesellschaft", sagt Ingrid Scholz vom Jüchener Café "Welcome", das sich für die Integration der Flüchtlinge im Gemeindegebiet einsetzt. Auf dessen Initiative wurden jetzt Ferien-Schwimmkurse ins Leben gerufen, bei denen insgesamt 18 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren aus ganz unterschiedlichen Nationen gemeinsam lernen zu schwimmen.

Dafür haben die Mitglieder der Kirchen-Initiative die Schwimmabteilung des Jüchener Turnvereins sowie die Ortsgruppe Hochneukirch der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) ins Boot geholt. "Die Kooperation funktioniert sehr unkompliziert", lobt Jackie Hieronymus vom Café "Welcome" die gute Zusammenarbeit mit Verein und Gesellschaft. Dort hatten sich jeweils mehrere Trainer gefunden, die in der ersten und der letzten Woche der Sommerferien je fünf Stunden mit den Flüchtlingskindern das Schwimmen trainieren. "Unser Ziel ist es, mit den Kindern so zu üben, dass sie am Ende ihr ,Seepferdchen' machen können", sagt Iris Conen von der DLRG-Ortsgruppe Hochneukirch. Ob es bei der Verständigung mit den Kindern Probleme gibt? "Kaum. Die meisten Kinder sprechen sehr gut Deutsch. Sie verstehen fast alles", erzählt Conen. Die Kinder seien darüber hinaus sehr wissbegierig - ein Junge habe bereits innerhalb der ersten fünf Stunden des Ferienkursus das Schwimmen gelernt.

Für das Angebot sind sowohl die Kinder als auch deren Eltern dankbar. "Meine Kinder sind zum ersten Mal in einem Schwimmbad. Und sie sind glücklich", sagt Hava Bushi, die mit ihrem Sohn Arduen (12) und ihrer Tochter Sindi (10) seit rund einem Jahr in Hochneukirch lebt.

Mit dem "Seepferdchen" - das Abzeichen bescheinigt die Schwimmfähigkeit - sind die Kinder auch im Schulsport nicht mehr ausgebremst. Außerdem kommen sie in Kontakt mit anderen Vereinsmitgliedern und können sich im Sommer wie andere Kinder vergnügen. Finanziert werden die Lerneinheiten aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. "Die Kursteilnehmer stammen aus Albanien, Afghanistan, Syrien und anderen Nationen", sagt Jackie Hieronymus, die beim Café "Welcome" unter anderem Deutschkurse anbietet. Das Café habe zusätzlich Spenden für Zehner-Eintrittskarten erhalten, die jetzt an die Kinder verteilt werden sollen. So können sie auch zu den Zeiten schwimmen gehen, in denen die Kurse nicht stattfinden. "Einige Kinder haben sich bereits verabredet", berichtet Ingrid Scholz. Sie weiß: Viele Familien haben kaum Geld, um die Eintrittspreise zu zahlen. Schwimmkleidung und Handtücher hatten DLRG-Freunde und Eltern Jüchener Grundschulkinder im Vorfeld gespendet.

Quelle: NGZ
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