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Jüchen
Freundeskreis ist in Sorge um die Türkei

Jüchen: Freundeskreis ist in Sorge um die Türkei
FOTO: pixabay
Jüchen. Mit Entsetzen und sogar Angst verfolgen Mitglieder des Türkisch-Deutschen Freundeskreises (TDF) in Jüchen die Auswirkungen des Putsch-Versuchs in der Türkei. Sie sorgen sich jetzt, was aus ihrem Heimat- oder geliebten Urlaubsland werden soll. Von Gundhild Tillmanns

Serin Alma hat Angst, dass die Türkei ein zweites Syrien wird und fragt: "Auf welchem Weg ist die Türkei?" Vor allem aber ist die Vorsitzende des Jüchener Türkisch-Deutschen Freundeskreises (TDF) vorsichtig, sogar sehr vorsichtig mit dem, was sie jetzt in der Öffentlichkeit nach dem Putschversuch in ihrem Heimatland sagt. "Wir wollen Demokratie", sagt die Frau, die einen deutschen und einen türkischen Pass besitzt und aus Adana stammt.

Jüchen ist Serin Almas Heimat, aber ebenso wie Adana, sie engagiert sich ehrenamtlich für Türken wie Deutsche gleichermaßen: "Es geht mir um die Menschen, Religion oder Herkunft spielen für mich keine Rolle", betont sie, fügt aber auch hinzu: "Ich möchte, dass die Türkei ein laizistisches Land bleibt." (Anmerkung der Redaktion: Laizismus ist die strenge Trennung von Religion und Staat.)

Viele Verwandte und Freunde von Serin Alma leben noch in der Türkei, die sie schützen will und deshalb nur sehr vorsichtig ihre Meinung äußert. Sie sei aber strikt gegen das Putschieren, weil ein Putsch nie demokratisch sei und sie sich gut an die Auswirkungen des Putsches in den 1980er Jahren erinnern könne: "Zigtausende durften danach nicht mehr studieren, mein Mann gehörte dazu", berichtet Serin Alma und fügt hinzu: "Ich hätte es sehr begrüßt, wenn die Türkei in die Europäische Union aufgenommen worden wäre."

Diesen Wunsch teilt auch Bürgermeister Harald Zillikens: "Wenn die Türkei vor 20 oder 25 Jahren in die EU gekommen wäre, dann hätte es heute keinen Putsch oder Putschversuch geben müssen." Dann wären nach Meinung von Zillikens ein Erdogan und die von diesem forcierte Entwicklung zum religiösen anstelle des laizistischen Staates höchstwahrscheinlich verhindert worden.

Zillikens ist Vorstandsmitglied im TDF und absoluter Türkei-Fan: "Ich war sieben oder acht Mal in der Türkei. Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich aber nicht dorthin reisen. Ich bin entsetzt, was in der Türkei nach dem Putschversuch jetzt passiert." Die Reaktionen des türkischen Staatschefs Erdogan mit sogenannten Säuberungen, das Beschneiden der Bürgerrechte erschrecke ihn und was sich in der Türkei zur Zeit tue, das grenze schon gefährlich an eine Diktatur, meint der Bürgermeister.

Quelle: NGZ
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