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Jüchen
Gemeinde rechnet für 2017 mit einem Defizit von 5,1 Millionen

Jüchen. Der Rat befasst sich jetzt mit dem Haushalt für nächstes Jahr. Transferleistungen und Personalkosten sind die größten Positionen.

Die Ausgaben für Flüchtlinge haben in diesem Jahr den Gemeindehaushalt erheblich belastet. Das teuerste Bauprojekt ist das neue Flüchtlingshaus an der Jülicher Straße, das derzeit entsteht und mit 1,35 Millionen Euro veranschlagt ist. Ob Jüchen die von Land und Bund avisierten Fördermittel für Flüchtlinge noch bis zum Jahresende voll erstattet bekommt, ist noch unklar. Bis vorige Woche war erst die Hälfte der für dieses Jahr angekündigten Mittel geflossen. Doch der Gemeinderat muss sich in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am 6. Oktober bereits mit dem Haushalt für 2017 befassen.

Der wird mit einer Schuldenprognose für die nächsten vier Jahre eingebracht: Mit einem Minus von 5,1 Millionen Euro rechnet die Gemeindekämmerei für das nächste Jahr. Ab 2018 soll dann eifrig gespart und das Haushaltsloch auf knapp 2,23 Millionen Euro gesenkt werden. Für die beiden Folgejahre werden sogar optimistisch nur noch Defizite von knapp 984.300 und knapp 645.000 Euro vorhergesagt.

Die Eckdaten für den Haushalt 2017 liegen als Entwurf bereits vor. Die Gemeinde Jüchen rechnet demnach für das nächste Jahr mit Erträgen in Höhe von rund 45 Millionen Euro. Dem gegenüber sollen aber rund 50 Millionen Euro an Aufwendungen stehen. Die Erträge sind in der Hauptsache durch Steuereinnahmen in Höhe von 24,35 Millionen zu erwarten; in diesem Jahr waren es 25,17 Millionen Euro.

Bei den Aufwendungen werden die Transferleistungen (Sozialhilfe etc.) mit 21,67 Millionen weiter mit Abstand die größte Ausgabenposition sein. An Platz zwei bei den Ausgaben stehen Personalkosten, die gegenüber diesem Jahr von 9,83 Millionen im nächsten Jahr auf 10,44 Millionen Euro steigen sollen. Aus dem Etat des Rhein-Kreises Neuss sollen im nächsten Jahr 9,34 Millionen Euro an Kreisumlage, 4,9 Millionen Kreisjugendamtsumlage und 930.000 Euro aus der Mehrumlage SGB II (Sozialhilfe/Grundsicherung) an die Gemeinde überwiesen werden. Die Kreisumlage steigt von 8,43 Millionen in diesem Jahr um fast eine Million in 2017. Die Gewerbesteuerumlage wird nach Erkenntnissen der Kämmerer im nächsten Jahr von aktuell 640.000 auf 510.000 Euro sinken.

Bei den Aufwendungen für Flüchtlinge, im Amtsdeutsch "Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz", geht die Gemeinde Jüchen zunächst von keinen großen Änderungen aus: Sie kalkuliert mit 3,05 Millionen Euro in diesem Jahr und 3,03 Millionen Euro im nächsten Jahr. Diese Kosten werden von einem möglichen weiteren Zuzug von Flüchtlingen bestimmt, wozu allerdings niemand Prognosen abgeben kann.

(gt)
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