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Jüchen
Gemeinde will neue "Legendenschilder" montieren

Jüchen. Im Neubaugebiet Auenfeld sollen 14 Zusatz-Tafeln die Personen hinter Straßennamen vorstellen. Weitere sind geplant.

Zahlreiche Straßen im Gemeindegebiet tragen die Namen bekannter Persönlichkeiten: Erfinder, Schriftsteller oder Industrie-Größen etwa. Doch welche Menschen verbergen sich genau hinter den Namen? Sogenannte Legendenschilder sollen Licht ins Dunkel bringen und die Namensgeber der Jüchener Straßen mit einer kurzen Erklärung sowie Geburts- und Todesdaten vorstellen.

Bisher gibt es erst sieben dieser Zusatz-Tafeln, die unter den eigentlichen Straßenschildern montiert werden. Sechs davon wurden in Otzenrath angebracht, wo sich in den vergangenen Monaten eine private Bürgerinitiative für die Montage der Erklär-Schilder stark gemacht und diese finanziert hatte.

Doch die Gemeinde will nicht weiter auf private Sponsoren warten, sondern selbst aktiv werden und neue Legendenschilder anschaffen. Insgesamt 14 Stück sollen innerhalb der nächsten Wochen im Neubaugebiet Auenfeld montiert werden. Das stellte die Verwaltung jetzt im Planungsausschuss vor. "Wir wollen uns dabei zunächst auf Eigennamen konzentrieren", sagte Bürgermeister Harald Zillikens.

Die Tafeln sollen jetzt unter anderem an der Konrad-Duden-Allee (benannt nach dem Germanisten Konrad Duden, der mit seinem Wörterbuch die deutsche Rechtschreibung prägte), am Nelly-Sachs-Weg (jüdische Schriftstellerin), am Käthe-Kollwitz-Weg (Grafikerin und Bildhauerin), an der Adam-Ries-Straße (Rechenmeister) sowie an der Siegmund-Blanckertz-Straße (gebürtiger Jüchener und Berliner Firmengründer), außerdem an der Lise-Meitner-Straße (jüdische Physikerin), am Otto-Hahn-Ring (Chemiker) und an der Hildegard-von-Bingen-Straße (Äbtissin) angebracht werden.

Wie die Verwaltung mitteilt, sollen in Zukunft weitere Legenschilder in Auftrag gegeben werden. Im Gemeindearchiv Jüchen soll zuvor recherchiert werden, für welche Straßen Legendenschilder in Frage kommen. Ein Schild kostet laut Bürgermeister Zillikens je nach Größe zwischen 100 und 150 Euro. Die Gemeinde sucht aber losgelöst von ihrer Eigeninitiative weiterhin Sponsoren.

Im Planungsausschuss regte der CDU-Politiker Karl Heinz Mohren an, künftig auch nicht-personifizierte Straßennamen mit Legendenschildern zu versehen. "Es erinnert sich doch zum Beispiel kaum noch jemand an den Ort St. Leonhard, nach dem auch eine Straße benannt ist", sagte er.

(cka)
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